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Lokalmatador

Jason Anousheh

Die Kraft, die alles bewegt

Sendung vom 24. Oktober 2012

Jason Anousheh zieht es auf die Bühne. Der Kölner mit iranischen Wurzeln stammt aus einer Musikerfamilie und macht deutschsprachige Popmusik mit viel Soul und Leidenschaft. In Funkhaus Europa erzählt er seine Geschichte.

Jason Anousheh live auf der Bühne mit zwei Musikern im Hintergrund; dpa


Jason, wie bist du zur Popmusik gekommen?

Zur Popmusik bin ich über Zeichentrickfilme gekommen. Ich habe als Kind immer die Titelmelodien nachgesungen. Irgendwie hat mich der Gesang dann gepackt. In der Schule habe ich dann auch die ersten Resonanzen bekommen: "Sing doch mal dies und das". Und dann hab ich gedacht: Okay, ich bin ein Sänger.


Du stammst aus einer Musikerfamilie. Hat das Vorteile für dich gehabt?

Ich bin durch meinen Vater zur Musik gekommen. Mein Vater macht persische Musik. Seit ich denken kann, hab ich ihn erlebt. Und er hat mich mitgenommen auf die Bühnen der Welt. Ich bin ein Teil des Ensembles geworden. Ich spiele selbst fünf Instrumente, persische Instrumente. Das war schon sehr früh, so mit zehn Jahren. Da bin ich zur Musik gekommen und bis jetzt bin ich dabei geblieben.


Übst du eigentlich einen Beruf aus oder bist du Vollzeitmusiker?

Ich widme mich ganz der Musik. Ich bin ein absolut risikofreudiger Mensch. Und ich habe von Anfang an an mich geglaubt und habe alles auf eine Karte, die Musik, gesetzt. Ich denke, das ist auch wichtig. Eine Welt ohne Musik - wie kann man sich das vorstellen? Feierlichkeiten, ein Film ohne Musik...


Dein Bruder macht ebenfalls erfolgreich Musik. Er ist durch eine Castingshow bekannt geworden. War das eine Option für dich?

Nein, mein Bruder Hamed war ja bei DSDS und war in den Motto-Shows der Sendung sehr erfolgreich. Für mich persönlich war das nie so eine große Frage, ob ich daran teilnehme oder nicht. Weil ich mich selbst nicht vor einer Jury singend sehen kann. Das ist in meinem Kopf nicht zu vereinbaren. Ich habe mich immer auf der Bühne gesehen, in direktem Kontakt zu den Menschen. Und wenn ich mir etwas nicht vorstellen kann, dann mache ich es nicht.


Deine aktuelle Single "Wo ist die Liebe hin" ist gerade erschienen. Geht es da um eine persönliche Geschichte oder suchst du noch die Liebe?

In dem Song geht es um die Liebe, aber nicht nur um die Liebe, die man jetzt zwischen Mann und Frau hat, zwischen den Geschlechtern, die romantische Liebe. Das auch, aber grundsätzlich geht es da um die zwischenmenschliche Liebe zwischen Völkern, Gruppierungen, Religionsgruppen, also wirklich darum, dass die Liebe mittlerweile ein bisschen entwertet wurde, und reduziert wird auf diese romantische Form. Und ich denke, dass wir Liebe insbesondere in unsere wichtigen Entscheidungen einbringen sollten. Für mich ist Liebe die Kraft, die alles bewegt und erhält.
(Bamdad Esmaili)





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