Dienstag, 21.05.2013
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Funkhaus Europa
Musik
Adesse
Sendung vom 06. März 2013
Er hätte Profifußballer werden können, aber er entschied sich für die Musik. Adesse ist heute Mitte 20 und die neue Soulpop-Hoffnung aus Berlin. Mit 16 Jahren trainierte der Sohn einer deutschen Ärztin und eines westafrikanischen Architekten u.a. mit den Boateng-Brüdern, schlug aber einen Vertrag bei einem Bundesligaverein aus, um seinen Traum als Musiker zu verwirklichen.
Adesse: Mit der Musik hab ich eigentlich relativ zufällig angefangen. So ein bisschen nebenbei eigentlich. Ich habe immer Fußball gespielt und dann haben wir uns nach dem Training immer irgendwo in den Kinderzimmern getroffen. Und dann haben wir angefangen die ersten Texte und Songs zu schreiben.
Meine Musik würde ich als Deutsche Popmusik beschreiben. Mit leichten elektronischen Einflüssen. Bin aber ganz klassischer Songwriter, das heißt ich schreib meine Texte selber, komponiere selber und in der Produktion lassen wir dann leichte elektronische Einflüsse mit einfließen.
In der Karriere - ich bin ja auch schon ziemlich lange dabei - gab es jede Menge Höhen und Tiefen. Wir waren als Support-Act mit 50Cent auf der Europatour. Also haben wir glaube ich 21, 22 Dates mit ihm gespielt in ganz Europa. Damals hatte uns unsere beste Freundin gemanaged. Und die ist leider, leider verstorben. Sie hatte Krebs und das war für uns auch persönlich ein riesen, riesen Schock und Verlust. Auch privat, weil wir so eng befreundet waren. Dass wir uns dann damals von meinem damaligen Partner eigentlich aus der Musik so ein bisschen zurückgezogen haben.
Ich hab dann daraufhin die Welt ein bisschen bereist um mich auch selber zu finden und dann kamen sozusagen die Energie und Inspiration jetzt für die neuen Sachen.
Ich bin der Meinung, dass die Zeit reif für einen Neustart ist, weil ich mich jetzt zum ersten Mal wohlfühle. Es fließt alles momentan. Es fällt einem nichts mehr schwer. Man ist total inspiriert, man hat einen riesen Input. Wir haben Songs ohne Ende. Ich glaube wir haben jetzt schon Material für drei Alben oder so. Und es fühlt sich jetzt zum ersten Mal so richtig, richtig gut an.
Also mit meiner Musik möchte ich sehr, sehr gerne Hoffnung geben. Ich möchte die Menschen positiv berühren. Ich merke halt, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo es halt alles irgendwie separiert wird, jeder macht sein Ding, jeder will mehr. Also grade in meiner Generation geht's um höher, schneller, weiter, dabei vergisst man manchmal auch die wichtigen Sachen und auch Emotionen. Und jeder baut eine fette Mauer um sich herum. Er lässt nichts so wirklich an sich ran. Mit der Musik würde ich gerne die Mauer durchdringen und Menschen auch für einen Moment positiv berühren. Dann bin ich glücklich.
(Bamdad Esmaili)
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