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Musik

Stones Rolling in Global Pop

Die Band abseits des Rock 'n' Roll

Sendung vom 12. Juli 2012

Die wohl erfolgreichste Rock'n'Roll-Band feiert ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Mit ihrer Musik haben die Rolling Stones weltweit Generationen geprägt. Jeder kennt sie. Viele vergöttern sie. Doch Sex, Drugs & Rock'n'Roll waren nicht alles bei Mick Jagger und Co. Wir beleuchten ihre Musik aus der Sicht des Global Pop.

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Natalie Akbari im Gespräch mit Rebecca Nowak, Musikredaktion

(12.07.12), 5'19


Stones-Gitarrist Keith Richards hörte als Kind Ella Fitzgerald und Chuck Berry. Brian Jones - Gitarrist und Harmonikaspieler der Band bis 1969 - infizierte Mick Jagger mit der Musik von Robert Johnson, einem der einflussreichsten Gitarristen und Sänger in der Geschichte des Blues. Muddy Waters, Jimmy Reed, Little Walter und viele andere Größen des afroamerikanischen Blues, Soul und R'n'B der 30er bis Mitte der 50er Jahre haben die Rolling Stones von Grund auf geprägt, und ihre Musik beeinflusst.


Weiße Briten machen schwarze Musik

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Robert Johnson: "Love in Vain"

0'13

So sehr, dass die Stones im Laufe der Jahre viele Coverversionen von alten Songs ihrer Vorbilder produziert haben. Ein Paradebeispiel dafür ist "Love in Vain", 1937 von Robert Johnson in Texas aufgenommen. Über 30 Jahre später, erschien 1969 die Stones-Version auf ihrem Album "Let it bleed". Aber auch bei Bo Diddley, den Temtations, Solomon Burke, Bukka White, Ray Charles und Otis Redding wurde fleißig Inspiration geschöpft.


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Rolling Stones: "Love in Vain"

0'19

Gut für die afroamerikanischen Musiker. Denn durch Bands wie die Rolling Stones wurden sie erst bekannt. Auch wenn sie die eigentlichen Kreativköpfe dieser Musik sind. Blues-Legende Muddy Waters sagte einmal: "Wenn die Rolling Stones nicht gewesen wären, hätten die weißen Jugendlichen in den Staaten nie etwas von Muddy Waters, B.B. King oder dergleichen gehört. Keiner kannte dort meine Musik, bis sie sie gespielt haben". Klar, die Stones waren international das große Ding in Sachen Rock'n'Roll und sie hatten ein riesiges Publikum. Diese Verbindung von schwarzer und weißer Musik war es dann auch überhaupt erst, die den Rock'n'Roll hervorgebracht hat.


Keith Richards: "Ich liebe Reggae!"

Was über die Stones weniger bekannt ist, ist ihr große Wachsamkeit gegenüber neuen Musiktrends. Als die Band Anfang der 70er Jahre nach Jamaika ging (eines der wenigen Länder, in das die Band überhaupt noch einreisen durfte), um in Kingston ihr Album "Goats Head Soup" aufzunehmen, steckte Reggae noch in den Kinderschuhen. Keith Richards hat sich direkt in die Insel und ihre Musik verliebt und kaufte dort auch prompt ein Haus.


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Mick Jagger und Peter Tosh: "Don't look back"

0'19

Jenseits der Studioaufnahmen gab es unzählige Jam-Sessions mit den unterschiedlichsten Musikern aus Jamaika. Songs wurden eingespielt und jede Menge Reggae-Vibes inhaliert. Mick Jagger entdeckte dort Peter Tosh, einen der Urväter des Reggae, und nahm ihn und seine Band Word, Sound and Power beim Rolling Stones-Label unter Vertrag. Ein paar Jahre später folgte die Single "Don't look back", mit Jagger und Tosh im Duett. Reggae und Sounds aus der Karibik haben bei den Stones einen starken Eindruck hinterlassen. Mitte der 80er Jahre produzierten sie auch eine Coverversion von Half Pint's "Too Rude" für ihr Album "Dirty Work".


Trance-Trommeln in Marokko

Brian Jones, der Stones-Gitarrist, der 1969 im Pool ertrank, hatte ein Faible für traditionelle Folk-Instrumente. Neben Harmonika und Gitarre spielte er auch Sitar und Marimba, was sich auch auf den Sound der ganzen Band auswirkte. Wie exotisch sein Geschmack sein konnte, zeigt sein Besuch im kleinen Dorf Joujouka, in den nördlichen Bergen Marokkos, kurz vor seinem Tod. Mit den Master Musicians of Jajouka, dem traditionellen Musikerensemble, verlor er sich in dieser tranceartigen, perkussions- und flötenreichen Musik und nahm gleich mehrere Songs mit ihnen auf. Das Album "Brian Jones presents the Pipes of Pan at Joujouka" wurde zwei Jahre nach seinem Tod auf dem Rolling Stones-Label veröffentlicht und gilt heute als der Beginn der Weltmusikbewegung.

20 Jahre später gab es in Marokko ein Wiedersehen mit den Meistermusikern aus Joujouka. Für ihren gemeinsamen Song "Continental Drift" hatte Mick Jagger damals das Jajouka Orchester geleitet - im Kaftan versteht sich.

Wenn sich Megastars wie die Rolling Stones über Jahrzehnte hinweg immer wieder auf's Neue dazu entscheiden, weiter Musik zu machen, entwickelt sich der Stil automatisch weiter. Damit haben die Stones schon früh angefangen: nach den Swinging Sixties fügten sie Bläser hinzu, danach den Groove des Funk, mal einen Reggae-Offbeat, dann Disco und Powerpop und später sogar Rap. Aber eines war immer vorherrschend: der Rock'n'Roll.
(Rebecca Nowak)





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