Sonntag, 26.05.2013

Suche im gesamten WDR Web

  • Tipps zur vergrößerten Ansicht
  • Alle WDR E-Mail Adressen von A bis Z
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z
  • Inhaltsverzeichnis wdr.de
  • Hilfe
  • Audio


Hauptnavigation Funkhaus Europa


Partnersender


Banner Musik


Sie befinden sich hier: > WDR.de > Funkhaus Europa >Musik >Seeed & Ba Cissoko


Süpertunes

Seeed & Ba Cissoko

Seeed is Back & Mandingo Mash Ups

Sendung vom 28. September 2012

Nach sieben Jahren melden sich die Berliner Underdogs zurück! Das Album strotzt vor Selbstbewusstsein und offenbart einen neuen Seeed-Sound. Und der Guineer Ba Cissoko aus Marseille verbindet gekonnt Mandingo-Sounds mit Salsa, Jazz und Soul.

Seeed: Seeed (Downbeat Records / Warner)

Süpertunes: Seeed; Warner Bild vergrößern

Seeed

Die drei Vorab-Singles von Seeed, "Molotov", "Wonderful life" und "Beautiful" hatten uns bereits auf die Spur gebracht. Beim Hören des gesamten Albums - das erste seit sieben Jahren - wissen wir's genau: Den Berlinern reicht Deutschland nicht mehr, sie wollen den internationalen Markt erobern. Der druckvolle Berliner Kiezsound, inspiriert von seinen dreckigen Hinterhöfen und verrauchten Bühnen, wurde abgelöst von sauber produzierten Big-Band-Sounds zwischen Reggae, Rock-Pop und Elektrosoul. Nach Jahren an der Spitze der hiesigen Sound-Bundesliga wollen Seeed in die Champions League und sie möglichst erobern.

Stilistisch, und nachdem sich in der Zwischenzeit einige Herren in verschiedenen Soloprojekten ausgetobt haben, sind Seeed vielseitiger denn je geworden. All das was in 14 Jahren Bandgeschichte an Erfahrung gesammelt wurde, fließt hier zu einem mächtigen Strom zusammen. Neben den typischen Dancehall-Riddims und relaxten Reggae-Sounds tauchen z.B. hier und da Momente auf, die an Deichkind erinnern. Rock bzw. Eurotrash gehören nun auch dazu. Die Hälfte der insgesamt zwölf Songs sind übrigens auf Deutsch getextet.

Absolut auffällig: Peter Fox ist immer präsent und dominiert oft den originellen Seeed-Sound der wabernden Bässe und tanzbaren Beats. Der hitverdächtige Song "Augenbling" erinnert beispielsweise an die großen Songs "Dickes B" oder "Ding". Stellenweise staunt man über die Ähnlichkeiten mit Fox' "Schwarz zu blau".

Obwohl alle drei Songwriter von Seeed - Fox, Dellé und Nabé - jetzt über 40 Jahre alt sind, haben die Texte nicht unbedingt an Tiefe gewonnen. Die Titel tragen Allerweltsnamen wie "Feel for You", "Lovelee" oder "You & I". In keinem Album von Seeed wurde bisher so viel über wackelnde Ärsche und das weite Feld der Liebe gesprochen. Wer sich von den einstigen Berliner Underdogs also Sozialkritik und philosophische Fragen über das Leben erwartet: Fehlanzeige!

Musikalisch ist das Album dennoch auf hohem Niveau (selbst-) produziert und viele Songs tragen trotz lässiger Texte die bekannte kreative Power und kraftvolle Dynamik der Berliner Band. Wer so eine Handschrift pflegt, der hat eine gewaltige Zukunft vor sich.


Ba Cissoko: Nimissa (Cristal Records)

Süpertunes: Ba Cissoko; Cristal Bild vergrößern

Ba Cissoko

Der Guieneer Ba Cissoko vertritt mit seinem modernen Sound die neue Generation der Markenzeichen: Die Elektrisierung der Kora, einer 21-saitigen Stegharfe, das Paradeinstrumente vieler Länder in Westafrika. Auf dem neuen Album "Nimissa" von Cissoko überzeugt der spielerische Umgang mit verschiedenen Musikstilen. Der Mann, der mittlerweile in Marseille residiert, ist wirklich getrieben Grenzen zu brechen und vermischt die westafrikanische Mandingo-Kultur mit Salsa und Rumbaelementen, springt dann über in den Soul und zum Jazz.

Dazu hat er sich den französischen Produzenten Philipe Eidel ins Boot geholt. Dieser hat bereits unter anderem Alben von den Gipsy Kings und auch vom Rai-Superstar Khaled produziert. Mit seinem Wissen hat er dem Album zu einem ungewöhnlich gutem Sound und erstklassigen Arrangements verholfen.

Freiheit ist ein großes Thema von Ba Cissoko. Das hört man in der Musik durch seine ständigen Innovationen, aber auch am Inhalt der Texte. Freiheit und Hoffnung sind immer wieder die Schlagworte in seinen Texten. Sein Geburtsland Guinea ist ebenfalls ein großes Thema für ihn. Das Land ist eines der Armenhäuser Afrikas. Über 80% der Bevölkerung lebt in großer Armut. Er nimmt dazu klar Stellung: Korruption, Ungleichheit und unfassbare Armut in seinem Heimatland sind immer wieder Gegenstand in seinen Stücken. Eindeutig: Ba Cissoko überzeugt in "Nimissa" mit frischen Sounds und abwechslungsreichen Lyrics.
(Steen Thorsson)




Jetzt im Programm

06.00 bis 08.00 Uhr
Global Pop Lounge

Johannes Paetzold

Moderation:
Johannes Paetzold

HÖREN

PLAYLISTS




CD der Woche

"Hecho a Mano"

Monsieur Periné [mehr]









Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.