Sonntag, 19.05.2013

Suche im gesamten WDR Web

  • Tipps zur vergrößerten Ansicht
  • Alle WDR E-Mail Adressen von A bis Z
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z
  • Inhaltsverzeichnis wdr.de
  • Hilfe
  • Audio


Hauptnavigation Funkhaus Europa


Partnersender


Banner Musik


Sie befinden sich hier: > WDR.de > Funkhaus Europa >Musik >K'Naan & Rhythms del Mundo Africa


Süpertunes

K'Naan & Rhythms del Mundo Africa

Rap für die Charts & Klassiker im Afrika-Groove

Sendung vom 26. Oktober 2012

"Wavin' Flag"-Rapper K'Naan aus Somalia/Kanada holt sich illustre Gäste für sein drittes Album: Keith Richards, Bono, Will.i.am, Nas und Nelly Furtado. Die Rhythms del Mundo Serie geht mit dem Thema "Africa" in die vierte Runde: Den Songs von Coldplay, R.E.M. oder den Red Hot Chili Peppers wird diesmal ein afrikanisches Gewand übergeworfen.

K'Naan: "Country, God or the Girl" (Universal)

Süpertunes: K'Naan "Country, God or the Girl"; Universal Bild vergrößern

K'Naan: "Country, God or the Girl"

K'Naan hat sich von Südafrika aus weltweites Gehör verschafft. Bei der Eröffnungsfeier der Fußballweltmeisterschaft 2010 sang er seine Hymne "Wavin' Flag". Ein Fahnenbekenntnis, dass leichtfüßig ohne Pathos oder Patriotismus daher flatterte. K'Naan hat seit diesem Hit weiter tolle innovative Musik herausgebracht. Zum Beispiel ein Tribute-Album für seine musikalischen Helden Fela Kuti, Bob Dylan und Bob Marley, auf dem er Originalkompositionen seiner Ikonen mit eigenen Rap-Passagen mixte.

K'Naans musikalische Stärke war immer, politischen Rap mit Songs zu koppeln, die Hitpotential spüren lassen. "Country, God or the Girl" heißt K'Naans drittes Album - das Land, Gott oder das Mädchen. Der Mann will alles. Den Spirit, patriotische Seiten und hedonistische. Und er will das Who's Who der Pop- und Rockmusik. Inzwischen ist K'Naan in einer Spielliga angekommen, wo er sie auch bekommt: Keith Richards, Will.i.am von den Black Eyed Peas, Rapper Nas und U2 Sänger Bono. Der Song "Bulletproof Pride" ist als Duett von Bono und K‘Naan auch wirklich gelungen. Aber spätestens wenn Landsfrau Nelly Furtado aus Kanada dazukommt, wird es Hitparadenpop. Braucht K'Naan das?

Sicher, die Bonos dieser Welt holen sich Street-Credibility durch den Rapper, der in Jugendjahren vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat Somalia in die USA flüchtete. Und es ist auch legitim, sich ehrgeizige Ziele zu stecken und über den eigenen Tellerrand wie die bereits bekehrte Fanschar hinauszudenken. Aber K'Naans Album könnte so auch den Titel "Neither Fish nor Flesh" tragen, nicht Fisch nicht Fleisch. Es ist von allem, will zu viel, und der Drang zu kommerziellem Erfolg erhält nicht genug Rückendeckung durch eine erkennbare künstlerische wie kreative Handschrift. Man darf K'Naan treu bleiben. Und hoffen, dass er bei seiner nächsten musikalischen Wegkreuzung wieder interessantere Pfade wählt.


V.A.: "Rhythms del Mundo Africa" (Polystar)

Süpertunes: V.A. "Rhythms del Mundo Africa"; Polystar Bild vergrößern

V.A.: "Rhythms del Mundo Africa"

Die Rhythms del Mundo CD-Serie hatte einen famosen Start vor fünf Jahren. Rock- und Pop-Klassiker wurden in Latin-Versionen neu abgemischt. Coldplays "Clocks" kam vertraut wie exotisch daher. Bei "I still haven't found what I'm looking for" von U2 waren Kuba und Irland plötzlich benachbarte Inseln. Es folgten CD Zwei und Drei. Deutsche Hits wie "Hammer" von Culcha Candela oder "Vom selben Stern" von Ich & Ich wurden nun ebenfalls dem Latin-Treatment unterworfen. Alles im Dienste der guten Sache.

Die Rhythms del Mundo Serie hat sich Aufklärung im Kampf gegen den Klimawandel auf die Fahnen geschrieben. Aber Teil Zwei und Drei waren doch eher Strickmasche als kreativer Umgang mit den Songs. Nun heißt es also "Rhythms del Mundo Africa". Und siehe da, das afrikanische Gewand um Songs wie "Losing My Religion" von R.E.M. passt erstaunlich gut. "Under the Bridge" von den Red Hot Chili Peppers, die Folkrocker der Stunde Mumford and Sons, Eminem, Aloe Blacc, sogar Beyoncé - alle sind mit Hitsongs vertreten, deren Originalversion nun live von afrikanischen Musikern neu einspielt wurden.

Sängerin Rokia Traoré aus Mali, Toumani Diabaté an der Kora, ein Gospelchor - auch auf der afrikanischen Seite des Projektes wurde weder mit prominenten Namen, noch kreativen Talenten gespart. Nicht jeder Mix gelingt, Eminem taucht in seinem Song "Not Afraid" hörbar kaum auf. Der Opener "Viva la Vida" von Coldplay verliert nichts seines euphorischen Hit-Charakters, ruht sich dann aber auch wieder auf einer sinnlichen Gospelchor-Pause zwischen den Strophen aus, bevor er erneut losschreitet. Spielerisch lässt das erahnen, wo die Popmusik ihre Roots noch immer hat: in Afrika. Diesem gelungenen Trip nach Afrika müsste jetzt logisch eigentlich Brasilien folgen, oder vielleicht eine Exkursion in den Neo-Folk. Was immer folgen mag, die Messlatte wurde wieder deutlich weiter nach oben gelegt.
(Johannes Paetzold)





Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.