Freitag, 24.05.2013

Suche im gesamten WDR Web

  • Tipps zur vergrößerten Ansicht
  • Alle WDR E-Mail Adressen von A bis Z
  • Alle WDR Sendungen von A bis Z
  • Inhaltsverzeichnis wdr.de
  • Hilfe
  • Audio


Hauptnavigation Funkhaus Europa


Partnersender


Banner Service


Sie befinden sich hier: > WDR.de > Funkhaus Europa >Service >Don Winslow und Sara Gran


Buchtipps Krimitipps

Don Winslow und Sara Gran

Die Sprache des Feuers/Die Stadt der Toten

Sendung vom 04. Juli 2012

Alles über Brandermittlungen - und alles über New Orleans nach dem Hurrican Katrina: Die Kriminalromane "Die Sprache des Feuers" von Don Winslow und "Die Stadt der Toten" von Sara Gran taugen auch als Fundgruben für Wissbegierige.

Don Winslow: Die Sprache des Feuers

Cover des Buches; Suhrkamp Bild vergrößern

Die Sprache des Feuers

Brandermittler Jack Wade ist ein cooler Surfer mit schwieriger Vergangenheit. Früher war er bei der Polizei in Orange County, seitdem er rausflog, reguliert er Schadensfälle bei einer Versicherung. Als Jack die halb abgebrannte Meerblick-Villa des russischen Einwanderers Nicky Vale sieht, weiß er direkt, dass dies ein ganz besonders "heißer" Auftrag werden wird. Was Jack nicht ahnen kann: Der ganze Fall, aber speziell die Frauenleiche im Schlafzimmer, hat mehr, viel mehr mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun, als ihm lieb sein kann.

Krimisuperstar Don Winslow präsentiert sich in seinem neuen Roman "Die Sprache des Feuers" wieder einmal als Großmeister der Genrezunft: Figuren, Story, Dramaturgie, Konstruktion - alles absolut auf Höhe der Kunst, und zwar brillant. Wer zeitgenössische Literatur auf Weltspitzenniveau sucht, der kann in diesem kalifornischen Kriminalroman fündig werden. Der übrigens, ganz nebenbei, auch alles erzählt, was man über Feuer, Explosionen und Brandermittlungen wissen muss.


Sara Gran: Die Stadt der Toten

Cover des Buches; Droemer Bild vergrößern

Die Stadt der Toten

Ins vom Hurrican Katrina verwüstete New Orleans zieht ein Auftrag in Sara Grans Debütkrimi "Die Stadt der Toten" die "beste Detektivin der Welt". An Selbstbewusstsein mangelt es Claire DeWitt, die sich selbst derart einschätzt, also erstmal nicht. Die Privatdetektivin, die in Brooklyn/New York aufwuchs, mittlerweile aber hier und und dort ermittelt, ist eine ziemlich schräge Figur: Schlagfertig, tätowiert und schlagkräftig stürzt sich sich genau dorthin, wo es garantiert weh tut - ihr selbst wie auch den anderen.

Abgesehen davon ermittelt Claire mit einem alten, französischen Detektivhandbuch und auf Basis diverser mal philosophischer, mal esoterischer Methoden und Methödchen, inklusive I Ging und Traumdeutung. Wobei es dabei fürs erfolgreiche Lösen eines Falles eher darauf ankommt, irgendwelche Zeichen zu verstehen, als irgendetwas "klassisch" zu ermitteln. Das ist über weite Strecken surreal - und meistens erfreulich witzig.

Im Auftrag seines Neffen soll Claire den Staatsanwalt Vic Willing finden, der beim Sturm verschwand, obwohl er eigentlich in einem ungefährdeten Reichenviertel wohnte. Vic war doch nicht so ein Saubermann, wie es schien, das ergeben die "Ermittlungen". Die Sara Gran den Rahmen bieten, 300 Seiten lang trotzig und bissig von einem der jüngeren amerikanischen Desaster zu berichten, dem Umgang mit Hurrican Katrina, der in New Orleans vor allem eines hinterließ: Gesetzlosigkeit.
(Ulrich Noller)

Don Winslow: Die Sprache des Feuers
Suhrkamp, 2012; 419 Seiten; 14,99 Euro

Sara Gran: Die Stadt der Toten
Droemer, 2012; 361 Seiten; 14,99 Euro



Mehr Buchtipps



Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.