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Prometheus
Sendung vom 09. August 2012
Der britische Regisseur und Produzent Sir Ridley Scott hat mit zwei Meisterwerken das Genre des Science-Fiction-Films entscheidend geprägt und definiert: "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" von 1979 und "Blade Runner" von 1982. Mit "Prometheus" kommt jetzt sein neuer Film in die Kinos, der den Ursprung der menschlichen Existenz zu ergründen sucht.
Juri Rescheto im Gespräch mit Francesco Tornabene, Filmexperte
(09.08.12), 3'31
Scott ist normalerweise kein Filmemacher, der Fortsetzungen seiner Kassenschlager dreht, und doch hat ihn das Science-Fiction-Genre nie ganz losgelassen. Als er das Drehbuch zu einem Prequel zu der Alien-Reihe in die Hand bekam, beschloss er den Film zu realisieren. "Prometheus" heißt das Ergebnis, das jetzt in die Kinos kommt, und wir haben es dabei nicht mit einem typischen Blockbuster zu tun.
In guten Science-Fiction-Filmen gibt es immer einen besonders spannenden Augenblick und zwar dann, wenn Menschen zum ersten Mal auf einem unbekannten Planeten landen. In "Prometheus" ist es ein Mond mit dem Namen LV-223. Wie die Raumfahrer fragt man sich auch als Zuschauer, wie es auf LV-223 aussehen mag, vor allem aber will man wissen, ob es hier Leben gibt. Im vorliegenden Fall wurde diese Frage bereits vor Antritt der Reise mit 'Ja' beantwortet. Archäologen haben im Jahre 2089 auf der Erde eine Sternenkarte gefunden, die zu LV-223 führt und die vermuten lässt, dass es hier eine hochentwickelte Zivilisation gibt. Tatsächlich sieht man in einem Tal einige pyramidenartige Bauwerke. Ein Team von Wissenschaftlern fängt an, sie zu untersuchen. In einer Halle finden sie erstaunliches: Anzeichen humanoider Lebensformen, beeindruckende Wandmalereien und imposante Deckengemälde.
Bis zu diesem Augenblick unterscheidet sich "Prometheus" inhaltlich nicht besonders von anderen Science-Fiction-Filmen, die von der Begegnung mit außerirdischen Lebensformen handeln. Visuell liegen da schon eher Welten dazwischen. Ridley Scott erschafft ein düsteres Universum, mit dem er eindrucksvoll beweist, dass er immer noch ein Meister großer filmischer Visionen ist. Allein deshalb lohnt sich schon der Gang ins Kino, wobei man die anderen Alien-Filme nicht gesehen haben muss, um die Handlung zu verstehen.
Eine Anmerkung muss aber noch im Hinblick auf diese erfolgreiche Serie gemacht werden: "Prometheus" liefert zwar einige spannende und sehenswerte Horroreffekte wie man sie von einem Alien-Film erwartet, ansonsten dürfte sich dieser Thriller aber der Erwartungshaltung der Fans im Kino entziehen. Wenn man etwa einen rasanten Action-Film mit Horrorelementen erwartet, dürfte man eher enttäuscht werden. Hat man aber Lust auf eine bildgewaltige Auseinandersetzung, mit großen existentialischen und philosophischen Themen, dann kommt man hier voll auf seine Kosten.
Ausgangspunkt dabei ist eine These der Archäologen am Anfang des Filmes. Sie vermuten auf LV-223 die Wiege der Menschheit. Die Aliens die hier leben nennen sie Ingenieure, denn sie sollen die Menschen erschaffen haben. An dieser Stelle beginnen die kunstvoll inszenierten Denkspiele. Ein brillant von Michael Fassbender verkörperter Android fragt zum Beispiel einen der Archäologen: "Warum glauben sie, haben die Menschen mich erschaffen?" Der Archälologe antwortet: "Na, weil wir es konnten." Dann hakt der Android nach: "Könnten sie sich ausmalen, wie enttäuschend es wäre, wenn sie dasselbe von ihrem Schöpfer hören würden?" Aber wer ist der Schöpfer? Auch mit dieser Frage beschäftigt sich der Film, was sich allein schon im Titel zeigt.
Prometheus heißt hier nicht nur das Raumschiff, sondern ist auch der Name eines Titans in der griechischen Mythologie. Er gilt als der Schöpfer der Menschen und Tiere. Wer auch immer für unser Dasein verantwortlich ist, die Fragen: Woher kommen wir und wohin gehen wir? werden uns wohl immer begleiten und ständig Inspirationsquelle großer Kunst und weiterer Fragen sein.
(Francesco Tornabene)
Prometheus
Originaltitel: Prometheus, USA 2012, ca. 124 Min.
Regie
Ridley Scott
Schauspieler
Michael Fassbender, Noomi Rapace, Charlize Theron, Idris Elba, Rafe Spall, Sean Harris, Guy Pearce u.a.
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