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Paris Manhattan
Sendung vom 04. Oktober 2012
Die französische Regisseurin und Drehbuchautorin Sophie Lellouche ist schon seit ihrer Kindheit ein großer Fan von Woody Allen. Und so verwundert es kaum, dass ihr Spielfilmdebüt eine große Liebeserklärung an den berühmten Stadtneurotiker ist, der hier auch einen Gastauftritt hat.
Beitrag von Francesco Tornabene
(04.10.12), 3'33
Als Alice das erste Mal einen Film von Woody Allen sah, war sie gerade mal 15 Jahre alt. "Wir haben uns gleich gut verstanden", gesteht sie, und damit ist ganz offensichtlich, dass Alice das Alter Ego der Regisseurin Sophie Lellouche ist, die auch das Drehbuch zu diesem Film geschrieben hat. Alice ist Mitte Dreißig und Single aus Überzeugung. Die liebenswerte Apothekerin hat in Paris eine eigene Apotheke, die sie mit großer Leidenschaft leitet. Dabei hat sie sich auf eine besondere Alternativmedizin spezialisiert.
Bestimmte Wehwehchen kuriert sie nicht mit Pillen, sondern mit Filmen von Woody Allen. Statt Rezepte einzulösen, drückt sie ihren Kunden einfach eine DVD ihres Idols in die Hand. Ihr Vater, von dem sie die Apotheke übernommen hat, hält nichts von solchen Methoden.
Statt sich Filme von Woody Allen anzusehen, solle sie lieber mal zusehen, einen Ehemann zu finden, sagt er ihr und versucht immer wieder nachzuhelfen, indem er selbst potentielle Ehemänner anspricht, ihnen Alices Visitenkarte in die Hand drückt oder sie direkt nach ihrer Telefonnummer fragt. Über solche Aktionen regt sich Alice immer furchtbar auf, und man kann ihren Unmut gut nachvollziehen. Andererseits fängt man als Zuschauer aber bald an, sich zu fragen, ob Alice mit ihrem Singledasein wirklich so glücklich ist, wie sie immer behauptet.
Da wir uns in einer romantischen Komödie befinden, muss schnell ein Mann her. Besser sogar noch zwei, damit es amüsante Liebes-Verwicklungen geben kann. Um die Woody-Allen-Hommage dann perfekt zu machen, muss auch der Meister selbst auftreten. Anfangs tut er das als Fantasiewesen, mit dem Alice Zwiegespräche über das Leben und die Liebe führt. Was nun folgt, ist eine charmante Komödie mit flotten Sprüchen und amüsanter Situationskomik.
Es macht einfach nur Spaß zu beobachten, wie die Regisseurin Sophie Lellouche mit dem Film-Stil ihres Vorbildes Woody Allen spielt und ihn kopiert. Zugegeben, sie erreicht ihn nicht wirklich, aber das ist nicht so wichtig. Wichtiger ist die beschwingte Stimmung von "Paris Manhattan" und das Motto der Apothekerin Alice: Lachen ist die beste Medizin. Und zu lachen gibt es hier Einiges.
(Francesco Tornabene)
Paris Manhattan
Originaltitel: Paris Manhattan (Frankreich 2011), 80 Minuten
Regie
Sophie Lellouche
Schauspieler
Alice Taglioni, Patrick Bruel, Marine Delterme, Louis-Do de Lencquesaing, Michel Aumont, Marie-Christine Adam, Yannick Soulier, Margaux Châtelier, Woody Allen
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