Mittwoch, 22.05.2013
Sie befinden sich hier:
WDR.de
Funkhaus Europa
Service
Das multikulturelle Paris
Sendung vom 13. August 2012
Mit nur einem Metroticket um die Erde reisen: In Paris ist das möglich, denn die Stadt ist ein globalisiertes Dorf. Hier gibt es die größte Chinatown Europas, hier liegt "Afrika an der Seine", indische Passagen und türkische Barbiere sorgen für einen Hauch von Orient. Funkhaus Europa-Reporterin Martina Zimmermann führt uns durch die multikulturelle Seine-Metropole.
Elif Senel im Gespräch mit Martina Zimmerman, Funkhaus Europa-Reporterin
(13.08.12), 09'58
Im 13. Pariser Arrondissement leben über 40.000 Asiaten. Die meisten von ihnen flüchteten in den 70er Jahren als 'Boatpeople' aus Südostasien. Ihre Kinder aber sind in Frankreich geboren. Das asiatische Dreieck im Süden von Paris zwischen der Avenue de Choisy, Avenue d´Italie und dem Boulevard Massena hat Plattengeschäfte, Reisebüros, Metzger, Kneipen, Juweliere, Frisöre und Supermärkte. Die Pariser gehen gerne hierhin, sie essen in ihren Restaurants oder besuchen einen buddhistischen Tempel.
Führungen durch Barbès und andere Einwandererviertel
Villette-Park
Musée du Quai Branly
Jazzclub New Morning Der Markt von Barbès im 18. Arrondissement, unweit von Montmartre, heißt ganz katholisch Saint Jean, also Heiliger Johannes. Doch es gibt es hier alle Zutaten, die man für exotische Gerichte braucht: senegalesischen Thioff-Fisch, Süßkartoffeln, Kochbananen, Kuskus, Zitronengras, Papaya, frische Feigen, etc.. In den Geschäften kaufen Afrikanerinnen, traditionell gekleidet in bunten Röcken, die ihre Babies auf den Rücken binden, genauso wie Maghrebiner, Europäer und Asiaten.
Der Touristenführer Rahim Rezegat führt Besucher regelmäßig durch das Viertel Barbès. Dabei erfährt man viel vom Leben der Einwanderer, hört ihre Geschichten, aber auch von den Kämpfen um Anerkennung und Papiere. so etwa vom Kampf der sogenannten 'sans-papiers', der 1996 in der Saint-Bernard-Kirche seinen Anfang nahm.
Lohnenswert ist ein Besuch der zahlreichen Boutiquen in dem Viertel. Hier gibt es neben landestypischen Waren der Einwanderer auch wirklich originelle Objekte aus Gebrauchtwaren: Ein Sofa, das mit verschiedenen alten Jeans überzogen ist, oder Lampen aus Plastikflaschen. Interessant auch eine Besichtigung des Echo-Museums, in dem die Arbeiten der Künstler aus dem Viertel ausstellt werden.
(Martina Zimmerman)
Der WDR ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.