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Südmähren
Sendung vom 29. Oktober 2012
Touristen besuchen in Tschechien häufig nur die Hauptstadt Prag. Interessant ist aber auch die zweitgrößte Stadt Tschechiens - Brno (Brünn), die sich 200 Kilometer östlich von Prag befindet. Unsere Reporterin Helena Sulcova stellt die lebendige Universitätsstadt vor und gibt Tipps für Ausflüge in die Umgebung.
Juri Rescheto im Gespräch mit Helena Sulcova, Funkhaus Europa-Reporterin
(29.10.12), 7'10
Die Messestadt Brünn hat ca. 400 000 Einwohner und da hier eine große Universität gibt, wohnen in der Stadt viele Studenten. Im Brno (Brünn) spricht man mit einem eigenen Dialekt so genannten hantec, der viele Wörter aus der deutschen Sprache benutzt: štatl (Brünner Innenstadt), kšeft (Geschäft), zichr (sicher).
Direkt im Zentrum der Stadt befindet sich auf einer Anhöhe die Burg Spilberk. Sie bietet einen tollen Blick über die ganze Stadt. In der Geschichte diente die Burg auch als Festung, Gefängnis und Kaserne. In der Zeit der K. u K. Monarchie war hier ein Gefängnis für Gegner der Monarchie. Die Besucher der Stadt sollten auch die Untergeschossräume in Brünn nicht vergessen.
Vor zehn Jahren ist eine Bestattungsstelle unter dem Sankt Jakub Kirche mit ca. 50 Tausend Gebeinen entdeckt worden. Anthropologischen Analysen zufolge stammten die meisten Opfer aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und der schwedischen Belagerung. Ein touristischer Zielort ist auch die Villa Tugendhat, die 2001 zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Villa wurde 1929 bis 1930 für das Unternehmer-Ehepaar Fritz und Grete Tugendhat gebaut, den Eltern des deutschen Philosophen Ernst Tugendhat.
Zwischen Brünn und der österreichischen Grenze befinden sich weitläufige Weinanbaugebiete. In Tschechien werden vor allem Weißweine produziert: Grüne Veltliner, Müller-Thurgau oder Welschriesling. Bekannte den roten Rebsorten sind Sankt Laurent und Lemberger. Eine Besonderheit des tschechischen Weinanbaugebietes sind die historischen Weinkeller. Die ebenerdigen Gebäude sehen wie kleine Häuschen aus.
In manchen südmährischen Dörfern sind ganze Straßenzüge mit solchen Weinkeller gesäumt. Zuzana Fojtova, die Direktorin der Tourismuszentrale Südmährens, sagt, es gebe über 5 000 Kilometer Radwege in der Region. Über eintausend davon sind Weinradwege, die durch Weinberge und die Weinanbaugebiete führen.
Die Unesco-würdige Kulturlandschaft "Lednice-Valtice" an der Grenze zwischen Tschechien und Österreich wird auch der "Garten Europas" genannt. Hier fühlt man sich wie in einem Märchen: Zwei Schlösser mit umliegenden Gärten und Landschaften auf 280 Quadratkilometern. Einst residierten hier die Liechtensteiner. Der wunderschöne, weitläufige Park gehört mit zu den größten Schlossparks Europas. Die Gegend lässt sich ebenfalls gut mit dem Rad erkunden.
(Helena Sulcova)
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