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Reisetipp

Mongolei

Ein Mekka für Abenteurer

Sendung vom 04. März 2013

Endlose Steppe, gastfreundliche Nomaden, jahrhundertealte buddhistische Tradition. Spätestens seit dem Kinoerfolg von "Die Geschichte vom weinenden Kamel" gilt die Mongolei als Mekka für Abenteurer. Viele träumen davon, einmal in einer Jurte zu übernachten oder durch die einzigartige Landschaft zu reiten. Die Reisejournalistin Sarah Fischer hat das Land kennen und lieben gelernt. Bei Funkhaus Europa erzählt sie, was die Fazination ausmacht.

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Elif Senel im Gespräch mit Sarah Fischer, Reisejournalistin

(04.03.13),7'16


Als Adoptivkind in Süddeutschland aufgewachsen, hat die Münchnerin Sarah Fischer viele Jahre lang, auf der Suche nach ihren Wurzeln die Welt bereist. "Irgendwann fing ich an, mich für meine Herkunft zu interessieren", erinnert sie sich. Es war klar, dass es "etwas Asiatisches" sein musste. Sie erhoffte sich, dass sie in irgendeinem Land in der Menge untergeht, verwechselt wird oder es ihr leicht fällt, die dortige Sprache zu erlernen.
"Ich hatte die Hoffnung, dass ich in einem Land nicht als Ausländerin erkannt werde. Dann hätte ich gewusst: Von hier bin ich." Doch überall wurde sie gefragt, woher sie stammt.

Erst die Mongolen haben sie als eine der ihren akzeptiert. Sie bereiste das Land zu Pferd, mit dem Kamel, mit einem Jeep. Von der sibirischen über die kasachische Grenze bis in die Wüste Gobi. "Alle Menschen dort dachten, ich sei Mongolin. Ich habe mich sofort wohlgefühlt. Da war mir klar: Zumindest ein Teil von mir ist hier zu Hause."
Die heute 40-Jährige lebte mit Nomaden, sie lernte deren Sprache, Traditionen und Sitten. Seit über zehn Jahren bereist Sarah Fischer nun das ferne Land, meistens für mehrere Monate pro Jahr. Sie hat dort eine "Wahlfamilie" gefunden, viele gute Freunde.


Sarah Fischer war lange auf der Suche nach ihren Wurzeln.; Rechte: privat Bild vergrößern

Sarah Fischer war lange auf der Suche nach ihren Wurzeln.

Inzwischen hat sie aber auch über einen Gentest herausgefunden, dass ihre Mutter wohl von den Philippinen stammt. "Vermutlich war mein Vater Mongole, denn irgendwoher muss meine Verbundenheit zu dem Land kommen", lacht Sarah Fischer, die selber vor einigen Monaten Mutter wurde.

Ihre Leidenschaft hat sie mittlerweile zum Beruf gemacht: Sie arbeitet als Fotojournalistin und füllt mit ihren Diashow-Vorträgen Hallen in ganz Deutschland. Sie schreibt Bücher, betreut Film-Teams und organisiert Reisen in die Mongolei. Ein Land viereinhalb Mal so groß wie Deutschland mit nur 2,8 Millionen Menschen. Es gibt kaum feste Siedlungen, alle paar Kilometer stehen Jurten der Nomaden.
"Die Mongolei ist das härteste Land ist, was es überhaupt gibt", sagt die Globetrotterin, die schon über 170 Länder bereiste. "Allein die Temperaturunterschiede von minus 30 bis 50 Grad plus sind der Wahnsinn. Und es gibt keinerlei Infrastruktur, nur circa 3000 Kilometer geteerte Straßen."

Eine Mongolei-Reise sei keine Luxus-Reise. "Wer täglich duschen muss und eine eigene Toilette braucht, wird sich nicht wohl fühlen." Ausgangspunkt für Expeditionen ist die Hauptstadt Ulan Bator mit dem prächtigen Gandan-Kloster. Hier, knapp acht Flugstunden von Berlin entfernt, vermischen sich Tradition und Moderne: Neben Siedlungen mit Nomadenjurten ragen Wolkenkratzer in den Himmel, westliche Limousinen kreuzen die Straßen genauso wie Mongolen in Trachten hoch zu Ross.

Von hier aus geht‘s mit dem Jeep querfeldein durch die weite Steppenlandschaft. "Wer genügend Zeit mitbringt, kann vor Ort einen Übersetzer plus Jeep mit Fahrer buchen und Mitreisende suchen", so Fischer. "Wer nur zwei, drei Wochen veranschlagt hat, bucht besser über einen Reiseveranstalter von zuhause aus. Gerade in den Sommermonaten bekommt man nicht auf die Schnelle einen Fahrer." Ob nun zur 160 Kilometer langen Chongor-Sanddüne, zur von Geiern umkreisten Schlucht Yolyn inmitten der Gobi oder nach Karakorum, der einstigen Hauptstadt Dschingis Khans - für lange Fahrten über buckelige Pisten werden Reisende mit exotischen kulturellen und Naturschätzen belohnt. Im Nordwesten der Mongolei wartet der wohl klarste See der Welt, der sogenannte kleine Bruder des Baikalsee.

"Das Gebiet hat inzwischen einen hohen Freizeitwert." Kiefernwälder, Lärchen und Taiga zeigen dem Besucher an, dass hier Sibirien nicht mehr weit ist. Am Ufer des Khuvsgul-See schlagen Familien der "Rentierleute", das ursprüngliche Volk der "Tsaaten", ihr Sommercamp auf. Sie bieten Reiten auf Rentieren an und inszenieren schamanistische Rituale.
Im Winter findet das berühmte Khuvsgul-Eisfest auf dem eingefrorenen See statt. Eine Ausstellung von Eisskulpturen, Schlitten-Rennen und Ringkämpfe auf dem Eis locken Menschen aus aller Welt. Abenteuer pur. Mongolei-Anfängern empfiehlt die Expertin den Reisemonat Juli, wenn bei sommerlichen Temperaturen im ganzen Land das Naadam-Fest, eine Art Olympiade der traditionellen mongolischen Sportarten, gefeiert wird. "Später bekommt man dann auch Lust, das spannende Land im Winter zu entdecken."
(Carmen Sadowski)





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