Freitag, 24.05.2013
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Funkhaus Europa
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Anleitung zum Selberbauen
Sendung vom 08. Oktober 2012
Wann haben Sie das letzte Mal einen Toaster oder Wasserkocher zur Reparatur gebracht, anstatt einfach einen neuen zu kaufen? Das dürfte viele Jahre her sein. Doch es gibt eine Bewegung im Netz, die sich gegen das ständige Wegwerfen und Neukaufen wehrt und auch Laien das Reparieren nahebringen will.
Sebastian Filipowski im Gespräch mit Christian Grasse, Funkhaus-Europa-Reporter
(08.10.12), 3'49
Es ist leider ganz offensichtlich: Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Auch die hippen Smartphones und Tablets könnte man als teure Einweg- oder Wegwerfprodukte beschreiben. Kaum etwas lässt sich heutzutage noch reparieren. Grund dafür sind auch die immer kürzeren Entwicklungszyklen der Industrie, die immer schneller neue Geräte auf den Markt bringt und jede neue Technik als Revolution abfeiert.
Aber es gibt eine Gegenbewegung. Und zwar im Netz. So genannte Maker- und Do It Yourself-Blogs. Das Motto dieser internationalen Bloggerszene könnte man so zusammenfassen: Machen statt Kaufen, Kreativität statt Konsum. Grundsätzlich geht es darum, etablierte Handels- und Vertriebsstrukturen aufzubrechen und Alternativen aufzuzeigen.
Man kann vieles selber machen und muss nicht immer alles neu kaufen. Das spart Ressourcen und macht sogar noch Spaß. Die Blogger von ifixit.com schrauben z.B. die neuesten iPhones und Mac-Computer auf, nehmen sie Stück für Stück auseinander und dokumentieren jedes einzelne Teil und beschreiben dann, wie man es reparieren kann, wenn was kaputt geht.
Es geht aber nicht nur darum, kaputte Dinge zu reparieren, sondern auch darum, selbst Neues zu bauen, anstatt Fertiges zu kaufen. Da ist die Spannbreite unglaublich groß und reicht bis hin zur Bauanleitung für ein Flugzeug wie bei makerplane.org.
Das Gute daran: Viele Blogs richten sich nicht nur an Experten, sondern auch an interessierte Einsteiger. Die Anleitungen sind aber meistens gut dokumentiert, Schritt für Schritt mit Fotos und Videos. Einen Knackpunkt gibt es dann aber doch: Man sollte Englisch können, denn die meisten, guten Makerblogs kommen aus den USA.
Besonders zu empfehlen ist diese Bloggerszene natürlich auch für Schüler, denn das Tolle ist, dass dort Physik, Chemie und Informatik sehr spielerisch vermittelt werden. Und die meisten Projekte sind sehr einfach umzusetzen. Das motiviert dazu, weiter zu machen. Und ganz nebenbei vermitteln die Blogs einen kreativen, reflektierten und vor allem nachhaltigen Umgang mit Technik.
(Christian Grasse)
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