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Sprachsuche

Weißrussisch in Weißrussland

Sendung vom 04. März 2013

Nur wenige Weißrussen möchten Weißrussisch sprechen oder lesen. Gleb Labadzenka, ein Blogger aus Minsk, macht sich auf die Suche nach der weißrussischen Sprache in seinem Heimatland. Funkhaus Europa-Reporterin Katja Artsiomenka hat sich seinen Blog genauer angeguckt.

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Sebastian Filipowski im Gespräch mit Katja Artsiomenka, Funkhaus Europa-Reporterin

(04.03.13), 4'35


Gleb sucht überall nach weißrussischen Worten und er findet aber auch Worte, die nur so tun als seien sie weißrussisch, z.B. Produkte, die mit Wörtern beschriftet sind, die es im weißrussischen gar nicht gibt. Erfundene Wörter, die weißrussisch klingen. Gleb Labadzenka überrascht seine Leser mit vielen Beispielen aus dem Alltag. Die Zutatenliste auf einer Nudelverpackung gibt es nicht nur in russisch, sondern auch in weißrussisch zu lesen oder eine extra Werbung für weißrussisch: "Sehr geehrte Bürger, am 21. Februar, zum Tag der Muttersprachen, bekommen Kunden, die Weißrussisch sprechen, einen Rabatt auf ein paar Schuhe."


Einerseits gibt es noch die Haltung, dass man kein Weißrussisch spricht, andererseits keimt langsam neues Interesse an der Sprache auf. Über seinen Blog organisiert Gleb Treffen für Weißrussisch-Interessierte zum gemeinsamen Kaffeetrinken und Austausch in Minsk. Er fordert seine Leser auf, weniger bekannte weißrussische Wörter mit Hilfe von Zeichnungen zu visualisieren und ihm zuzuschicken, damit er sie veröffentlicht.


Verlernt und vergessen

Die Weißrussen scheinen es in der sowjetischen Zeit verlernt zu haben, denn damals waren sie gezwungen Russisch zu sprechen. Heute dürfen sie wieder Weißrussisch sprechen, aber können es nicht mehr wirklich. Viele lernen ihre Muttersprache erst in der Schule kennen. Gleb hat sich bewusst für Weißrussisch entschieden und stößt damit oft auf Unverständnis.

Einige beherrschen die Sprache schlicht nicht und andere denken, dass Weißrussisch die Sprache der "unbeliebten" Opposition ist. Aber vielleicht fehlt es den Weißrussen einfach auch an ausdrucksstarken weißrussischen Schimpfwörtern. Die gibt es nämlich nicht. Wünscht einer jemandem was Böses, sagt man, "Ich wünsche dir Meerrettich in die Augen". Das klingt eher putzig, als böse.


Mut zur Muttersprache

Ein Weißrusse in Weißrussland der weißrussisch spricht fällt auf. Den Mut dazu haben vor allem junge Leute. Deshalb kommt die Sprache langsam wieder in Mode. Gleb Labadzenkas Blog hilft dabei die Begeisterung für die eigene Muttersprache zu wecken. Viele junge Weißrussen fühlen sich dadurch selbstbewusster - vielleicht sogar einzigartig - seitdem sie Weißrussisch sprechen. Bei der älteren Generation sieht das anders aus. Da sprechen höchstens Künstler, Intellektuelle oder Dorfbewohner Weißrussisch.
(Katja Artsiomenka)





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