Freitag, 24.05.2013
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Von Katzen und Jungfrauen
Die wahren Herrscher im Internet sind: Katzen. In allen Größen und Farben, schlafend, räkelnd, miauend oder Klavier spielend. Katzen sind allgegenwärtig und keiner kann von sich behaupten nicht auch schon: OH! Ui! Oder Wie süüüüß! gerufen oder gedacht zu haben, beim Anblick der wuselnden, kuscheligen Alleinherrscher.
Deswegen heute - nur als Ausnahme auch Katzenvideos. Und das mit gutem Grund, denn es findet diese Woche das weltweit erste Katzenvideo Filmfestival statt. Das Cat Video Film Festival (CVFF) findet am 30. August in Minneapolis, USA statt.
Cat Video Film Festival
Dubstep Cat
Nora spielt Klavier
Katzentheorie I
Katzentheorie II Organisiert nach einer Schnapsidee von Katie Czarniecki Hill und wird das CVFF vermutlich nicht länger als eine Stunde dauern. In diese Stunde passen aber ganz viele Katzenvideos, weil die meisten nicht länger als eine Minute sind. Es wird auch ein Gewinner gekürt, aber vor allem geht es um eins: Sich kollektiv dem Katzenvideo-Rausch hingeben.
Auf der Seite vom CVFF kann man die ersten paar Favoriten schon sehen. Kuschelig und süß, das ist, was man jetzt denkt bei Katzenvideos aber nein - es gibt auch die NoNoNo Cat. Unter den Nominierungen ist auch Maru, eine Katze, die es offenbar liebt in Pappverpackungen und -kartons zu springen. Denn das tut sie und streckt dann ihre Hinterbeine aus, als gäbe es nichts Schöneres. Warum wir gerade auf Katzen abfahren? Ein Professor aus Havard, Ethan Zuckermann, sagt: Katzen hätten eine universelle Sprache und Katzen ständen für eine Humor, den wir nur bei Katzen finden und über den wir offenbar alle lachen könnten.
Nach all dem leichten Oh! und Uh! haben wir noch ein bisschen mehr Futter für das richtige Kinoerlebnis: Große Bilder und Emotionen. Am Donnerstag um 23.15 Uhr läuft im WDR Fernsehen ein spanischer Film, der einen für knapp 1 ½ Stunden auf eine wilde Fahrt durch eine andalusische Vorstadt jagt. Der Film heißt "7 Jungfrauen" und erzählt zwei Tage im Leben von Tano.
Tano ist 16, zwischen Milchbubi und bildhübschem Macho, hat Freigang und darf für jene zwei Tage aus dem Knast, weil sein Bruder heiratet. Aber statt brav auf die Familienfeiern zu warten, nutzt Tano diese Zeit um alles zu tun, was man als Halbstarker tun will: Mit seinen Freunden, vor allem seinem besten Freund Richi abhängen, schwimmen gehen, Party feiern, Drogen nehmen, Vespa fahren, die einem nicht gehört, sich prügeln mit der nervigen Bande der Hochhausgang. Und Patri wiedersehen - die bezaubernde Patri.
Aber vor allem geht es in "7 Jungfrauen" um die Träume dieser Jungs. Die intensiven Farben und die goldene Sonne von Andalusien hat für sie eine sehr triste Seite, denn ihre Zukunft hält keine glamourösen Jobs bereit und auch eine schicke Wohnung wird es vermutlich nicht werden. Der Bruder von Tano ist solch ein trauriges Abbild eines Erwachsenen geworden, der sich nicht einmal auf seiner eigenen Hochzeit über seine hübsche Frau freuen kann.
Das Motto des Films ist: "Wenn dir das Leben nicht gibt, was du willst, dann nimm es dir auf eigene Faust, denn das Leben ist das einzige, was zählt!" Und das versucht Tano mit all der jugendlichen Kraft, die er hat und eben auch dem jugendlichen Leichtsinn.
Der Regisseur, Alberto Rodriguez, kommt selbst aus Sevilla, die meisten Schauspieler stehen das erste Mal vor der Kamera und so ist "7 Jungfrauen" authentisch, flirrend, nah dran an der überschäumenden Lebenslust, die sich nicht abfinden will mit dem tristen Einheitsbrei einer spanischen Stadtrandtristesse.
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