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Olympische Spiele im Netz

Kritische Posts sind nicht überall erlaubt

Sendung vom 24. Juli 2012

Am Freitag starten die Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Klar, dass Olympia auch im Netz und in den sozialen Netzwerken eine große Rolle spielt. Hier gibt es nicht nur offizielle und seriöse Angebote rund das sportliche Großereignis in London, sondern auch einige skurrile.

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Siham El-Maimouni im Gespräch mit Jörg Schieb, Computerexperte

(24.07.12), 4'06


Schon im Vorfeld gab es Diskussionen um die offizielle Homepage zu den Olympischen Spielen. Denn wer darauf verlinkt, darf nicht kritisch gegenüber den Spielen sein. Unter www.london2012.com gibt es jede Menge Infos zu den Olympischen Spielen in London, auch Fotos, Videos, Termine. Natürlich verlinken viele im Web auf das Angebot. Allerdings muss man aufpassen, denn das Internationale Olympische Komitee hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Die Nutzungsbedingungen sehen vor, eine Verlinkung auf die offizielle Webseite sei nur gestattet, wenn die ursprünglichen Seiten nicht in einem "falschen, irreführenden, abfälligen oder sonst wie anstößigen Licht erscheinen".


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Diese schwammige Formulierung lässt völlig offen, was das konkret bedeuten soll. Soll man also nicht verlinken dürfen, wenn man sich kritisch mit der Frage des Dopings auseinandersetzt? Der merkwürdige Passus in den Nutzungsbedingungen hat dem Olympischen Komitee - völlig zu Recht - eine Menge Hohn und Spott eingebracht. Der Absatz in den Nutzungsbedingungen macht deutlich, wie kontrollsüchtig sportliche Veranstalter heute so sind; das ist bei der FIFA bekanntlich nicht anders.


Lichtshow am London-Eye ; Rechte: dpa Bild vergrößern

Lichtshow am London-Eye

Während der Olympischen Spiele wird, wie bei jedem großen Sportereignis, viel gepostet und getwittert. Die Stimmung im Netzt soll sich nun in der Beleuchtung des Riesenrads "London Eye" widerspiegeln. Dazu ermittelt ein britisches Energieunternehmen jeden Tag die "Energie der Nation" (Energy of the nation): Gibt es eher positive, begeisterte, zustimmende Tweeds zu den Spielen - oder eher negative, kritische, enttäuschte Stimmen. Das Ganze wird dann visualisiert: Am Abend erstrahlt dann das "London Eye" während der Olympischen Spiele in unterschiedlichen Farben, abhängig vom Gemütszustand der User.


Tweets bestimmen die Lightshow am "London Eye"

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Wer nicht selbst nach London reisen kann, um sich das Spektakel anzuschauen: Jeden Abend wird ein neues Video der Lightshow aufgenommen und unter www.edsenergy.com ins Netz gestellt.


Auflagen für twitternde Sportler

Apropos Twitter und Facebook: 392 deutsche Olympioniken gibt es, rund 120 davon haben eine eigene Facebook-Seite, etwa 100 ein Twitter-Profil. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Spieler ausdrücklich ermuntert, möglichst viel auf Facebook und Twitter zu veröffentlichen, Eindrücke, Fotos und Videos zu posten und twittern.


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Wer per Twitter oder Facebook erfahren will, wie es den deutschen Olympioniken geht und was sie so posten, kann auf der Twitter-Sammelseite vorbeischauen. Hier sind die Tweets der einzelnen Sportler und Funktionäre gesammelt zu finden. Hier gibt es auch eine Liste aller Mitglieder, über die Besucher einzelne Sportler auswählen können.

Gleichzeitig müssen Sportler aber vorsichtig sein, was sie twittern, denn es gibt strenge Regeln. Es darf nicht kommerziell sein, es dürfen keine Sponsoren auftauchen, die nicht offizielle Sponsoren der Spiele sind. Wer sich nicht daran hält, dem drohen empfindliche Strafen - so steht es im 20-seitigen Leitfaden des DOSB. Viele Sportler sind mit den Auflagen offensichtlich nicht einverstanden und schweigen während der Olympischen Spiele 2012 einfach.

"In der Zeit vom 18. Juli bis 15. August ist meine Homepage gesperrt, da alle Olympiateilnehmer nur Werbung für die offiziellen Olympiapartner machen dürfen. Danach bin ich wieder für euch da. Euer Pascal", ist etwa neben einem Foto des Zehnkämpfers Pascal Behrenbruch zu lesen.
(Jörg Schieb)





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