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Skunkit
Sendung vom 30. August 2012
Smartphone-Apps wie Whatsapp, Viber und Konsorten, bieten die Möglichkeit, Kurznachrichten fast kostenlos zu versenden. Doch die Sache hat einen Haken: Viele Daten werden preisgegeben. Das wollten sich die Brüder Simon und Lukas Braun aus der Nähe von Stuttgart nicht gefallen lassen und haben mit "Skunkit" einen eigenen Messenger entwickelt.
Niko Aslanidis im Gespräch mit Donya Farahani, Funkhaus Europa-Reporterin
(30.08.12), 4'19
Simon und Lukas Braun stört, dass sie bei Messengern ihre Daten preisgeben müssen. Wie zum Beispiel bei Viber oder Whatsapp: hier wird das ganze Telefonbuch auf den Firmenserver gespeichert. Selbst die Kontakte, die den Dienst gar nicht haben. Bestenfalls wird man darauf hingewiesen, wenn man die App nutzen will. Das war es dann aber auch. Und wer weiß schon, was mit den Daten passiert. Dazu gab es in der Vergangenheit auch noch Sicherheitslücken. Daher verzichten die Skunkit-Brüder komplett auf alle Messenger.
Homepage von SkunitSkunk heißt übersetzt Stinktier, Skunkit ist das Stinktierjunge. "Der Name ist nicht willkürlich gewählt", sagt der 24-jährige Student Simon Braun von Skunkit. Kleine Stinktiere nämlich, sorgen schon sehr gut für ihre Privatsphäre und sie sind auf niemand anderen angewiesen. In diesem Fall übertragen wir das folgendermaßen: Das Stinktier passt auf die Daten auf, die man über Skunkit verschickt.
Das Prinzip von Skunkit: Wo keine personenbezogenen Daten gesammelt werden, brauche ich auch keine Angst vor Missbrauch haben. Die Brüder nutzen dafür das Konzept der geräteorientierten Kommunikation: Nicht der Nutzer ist angemeldet, sondern das Gerät. Für die Anmeldung braucht es nur einen Benutzernamen. Personenbezogene Daten müssen nicht angeben werden, auch keine Telefonnummer, keine E-Mail Adresse und auch kein Name - nicht mal ein Passwort.
"Das wichtigste ist", sagt der 20-jährige Lukas von Skunkit, "dass wir von Skunkit absolut keine Ahnung haben, wer die Nachricht verschickt. Wir wissen nur Benutzername XY verschickt die Nachricht an Benutzername Z. Die Nachricht wird auch nur so lange gespeichert, bis ein Freund die Nachricht empfangen hat, dann wird sie wieder gelöscht." Die Nachrichten sind dann nur noch lokal auf dem Gerät verfügbar.
Geplant ist, dass man sich bei Skunkit auf mehreren Geräten anmelden kann. Wenn ein Handy angemeldet ist, kann man darüber zum Beispiel auch seinen Laptop freischalten. Wer das Handy verliert, kann über einen Laptop ein neues autorisieren.
Finanziert wird Skunkit über Spenden und Sponsoren. Daran soll sich auch nichts ändern. Die beiden Macher sehen das ideologisch: Kommunikation muss kostenlos bleiben. Über eine Crowdfunding-Plattform haben sie über 2.500 Euro bekommen. Damit zahlen sie die Server- und Verwaltungskosten. Sie selber zahlen sich keinen Stundenlohn.
Über Skunkit können zum Beispiel keine Videos oder Fotos verschickt werden. Das hat einen finanziellen Grund: Für den erhöhten Datenverkehr bräuchten die Skunkit-Brüder einen zweiten Server. Auch ein Mehrpersonen-Chat wird nicht angeboten. Momentan ist Skunkit noch in der Beta-Phase und kann getestet werden. In zirka einem Monat soll es dann im Appstore erhältlich sein. Skunkit gibt es aber erstmal nur für das iphone. Die Jungs möchten es aber so schnell wie möglich plattformunabhängig anbieten.
Trotz kleiner Schwächen, die Idee dahinter ist wichtig. Ob sich Skunkit durchsetzt oder nicht, ist abhängig davon, was den Leuten wichtiger ist und ob sie bereit sind auf Zusatzfeatures zu verzichten. Die Entwickler sind der Meinung, dass Kommunikation kostenlos sein muss.
(Donya Farahani)
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