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Elite-Unis, wir kommen!
Sendung vom 25. Oktober 2012
Morgens studieren wir in Harvard, abends in Stanford und mittags in Yale. Das geht, weil Elite-Universitäten ihre Vorlesungen ins Internet stellen - für jeden kostenlos. Unsere Reporterin Donya Farahani hat das Angebot einmal getestet und sich auf eine virtuelle Bildungsreise begeben.
Anna-Bianca Krause im Gespräch mit Donya Farahani, Funkhaus Europa-Reporterin (25.10.12), 3'55
Die Zeiten, als wir uns nur Harvard-Pullis leisten konnten, sind vorbei. Wer möchte, kann sich Vorlesungen von Elite-Universitäten im Internet angucken. Das Themenspektrum umfasst alles. Von Vorlesungen über verhaltensbiologische Themen, über Genetik, Grundlagen der amerikanischen Literatur, Psychologie und Informatik bis hin zu Gastvorträgen von Star-Wissenschaftlern wie dem slowenischen Philosophen Slavoj Zizek.
Es gibt nichts, was es nicht gibt. Eine der am meisten aufgerufenen Vorlesungen ist die von Prof. Michael Sandel aus Harvard. Sein Video wurde über vier Millionen mal geklickt. In seiner Vorlesung geht es um Widersprüche in der menschlichen Moral. Absolut empfehlenswert. Besonders die Interaktion des Professors mit den Studierenden macht Spaß und regt zum Mitdenken an.
In den meisten Fällen werden die Vorlesungen in Englisch gehalten, was für Nicht-Muttersprachler etwas anstrengend ist und Geduld erfordert. Zum Glück schaut man sich Videos an. Zurückspulen ist also kein Problem. Einen Abschluss bekommt man nach dem Anschauen einer Vorlesung oder einer Vorlesungseinhalt aber leider nicht. Auch eine Prüfung kann in den meisten Fällen nicht abgelegt werden.
Einige amerikanische Universitäten bieten gemeinsame kostenlose Online-Kurse an. Zum Beispiel gibt es seit Mai 2012 das Portal EDX, das unter anderem von Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology betrieben wird. Oder das Portal Coursera von den Universitäten Princeton und Stanford. Es besteht sogar ein Konkurrenzkampf zwischen den Universitäten.
In Deutschland gibt es auch viele Universitäten, die Vorlesungen online stellen. Diese sind aber meistens passwortgeschützt und nur für die eigenen Studenten bestimmt und nicht für die Öffentlichkeit. Es gibt aber einen Trend: Die RWTH Aachen zeichnet zum Beispiel seit längerem Vorlesungen auf Englisch auf und stellt sie ins Netz.
Bei iTunes U gibt es über 500.000 Vorlesungen - auch von deutschen Universitäten. Eine Suchfunktion erleichtert die Auswahl. Unser "Geheimtipp": Ein Kurs der RWTH Aachen zeigt, wie man iPhone Apps programmiert. Und natürlich gibt es noch den Klassiker: Die Suche bei Youtube. Hier kann direkt nach Themengebieten und Universitäten suchen und findet eine erstaunlich große Auswahl. Unser zweiter Tipp: Ein Gastvortrag an der Uni Boston von Slavoj Zizek für alle, die den berühmten Philosophen mal in Aktion sehen möchten. Oder für Mathefans: Prof. Jörn Loviscach von der FH Bielefeld.
In sechs Minuten kann man hier die Ableitungsregeln auffrischen- auf Deutsch und gut erklärt. Darüber hinaus gibt es auch die interessante Lernplattform Udacity, die von einem Stanford-Professor gegründet wurde. Unser Tipp hier: Eine Vorlesungsreihe zur Start-Up-Gründung. Jede der acht Vorlesung ist in Sinneinheiten unterteilt, so dass jeder Clip allerhöchstens fünf Minuten dauert. Man muss sich aber auf jeden Fall Zeit nehmen, um eine passende Veranstaltung zu finden. Manchmal klingt das Thema spannend, der Professor ist aber schnarchig - genauso wie in der Uni.
(Donya Farahani)
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