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Social Media Wahlen

Die US-Wahlen brechen Rekorde bei Twitter

Sendung vom 30. Oktober 2012

Am 6. November ist es soweit. Dann wird in den USA gewählt. Ganz Amerika fiebert diesem Großereignis entgegen und auch im Netz ist die Wahl omnipräsent. Noch nie wurde so viel zu Wahlen getwittert. Täglich gibt es im Schnitt zwei Millionen Tweets dazu. Dabei geht es oft um lustiges und skurriles. Alles was im Wahlkampf passiert, wird kommentiert und bebildert. Unsere Reporterin Donya Farahani gibt uns einen Einblick in den Twitter-Sturm.

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Siham El-Maimouni im Gespräch mit Donya Farahani, Funkhaus Europa-Reporterin (30.10.12), 4'05


In den TV-Duellen zwischen Barack Obama und Mitt Romney wurde über vieles gesprochen: Innenpolitik, Wirtschaftskrise, Außenpolitik. Im Netz wurde aber anders entschieden. Hier sind die drei Themen, die den größten digitalen Widerhall erzeugt haben.


Save Big Bird

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Das erste TV-Duell war mit mehr als zehn Millionen Tweets während der Sendung das am meisten getwitterte politische Ereignis der Geschichte. Das Hauptthema dabei: Der gelbe Riesenvogel aus der Sesamstraße - Bibo, im englischen Big Bird. Romney hatte erklärt, dass er Big Bird zwar mag, aber die Subventionen für den Fernsehsender, auf dem die Sesamstraße läuft, streichen werde. Die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten: Romney wolle Bigbird töten, so der einhellige Tenor. Es entstanden neue Big Bird Twitter-Accounts. Ideen wurden gesammelt, wie man den Vogel retten kann. Tweets beschäftigen sich mit einer möglichen Präsidentschaftskandidatur von Big Bird in vier Jahren.


Ein Ordner voller Frauen

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Beim zweiten TV Duell wollte Romney zeigen, dass er sich für die Gleichstellung von Frauen einsetzt. Also erklärte er, dass er als Gouverneur von Massachussets Frauen in sein Kabinett aufnehmen wolle - da hätte man ihm einen Ordner voll Frauen gereicht. Die Reaktion im Netz: Innerhalb weniger Stunden war dieser "Ordner" das am dritthäufigsten gesuchte Thema bei Google. Noch in der Nacht entstand die Website Bindersfullofwomen.com, die Romneys Bemühungen zur Gleichstellungen kritisch unter die Lupe nimmt. Blogs sind entstanden mit Fotos. Zum Beispiel Romney, der in einem Ordner voller "Schmuddelfotos" blättert, oder auch Frauen, die sich aus Protest in Ordner stecken - als Kostüm für Halloween.


Pferde und Bajonette

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Das entscheidende Thema des dritten TV Duells waren zu aller Überraschung Pferde und Bajonette. Romney erklärte in der Sendung, dass es nicht angehen kann, dass die US-Marine heute kleiner ist als 1917. Obama konterte, dass es auch weniger Pferde und Bajonetten gebe als früher. Das Militär habe sich verändert, es gebe jetzt auch Flugzeuge. Die Reaktion im Netz: In der Nacht gab es mehr als 100.000 Tweets zum Hashtag:#horsesandbayonets. Auf Facebook sind mehr als 50 Seiten entstanden und eine Menge Internet-Memen, die beispielsweise Romney auf einem Pferd zeigen. Der Kommentar: Jetzt brauche ich nur noch zwei Trillionen Dollar für Bajonette, dann kann ich den Iran erobern.


Eher Romney- als Obama-Bashing

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Auch Obama kriegt sein Fett weg. Dabei sind es vor allem die Tweets der "Birther-Bewegung", die daran zweifelt, dass Obama tatsächlich in den USA geboren wurde. Laut Verfassung muss der Präsident in den USA geboren sein. Obwohl Obama letztes Jahr seine Geburtsurkunde veröffentlicht hat, gibt es keine Ruhe: Immobilienmogul Donald Trump hat Obama über Twitter und in einem YouTube-Video ein Angebot gemacht: Fünf Millionen Dollar würde er ihm geben, wenn Obama alle seine persönlichen Dokumente wie zum Beispiel Reisepässe und Universitätsabschlüsse veröffentlicht.

Die Woche zuvor hat Trump noch getwittert, daß er Beweise dafür habe, dass Obama in der Uni mit Kokain gedealt hat. Aber dann hatte er diese Beweise plötzlich doch nicht mehr. Trotzdem: Generell gibt mehr Romney- als Obama-Bashing. Das liegt einerseits daran, dass Romney gute Vorlagen liefert. Außerdem steht die Internetgemeinde mehrheitlich hinter Obama. Bei den sozialen Netzwerken liegt der Demokrat klar in Führung. Er hat fast dreimal so viele Facebook-Fans, rund zehnmal so viele Abonnenten auf YouTube und knapp 20 mal so viele Twitter-Follower wie Romney.


Bundestagswahl 2013 – na und?

Obama, Romney und ihre Ehefrauen sind im Netz aktiv wie noch nie. Über Facebook, Instagramm, Twitter, Google + versorgen sie das Netz jeden Tag mit neuen Informationen und Wahlkampfwerbung. Nächstes Jahr wird auch in Deutschland gewählt. Das scheint unsere Politiker aber trotzdem nicht dazu zu bewegen, sich mehr in sozialen Netzwerken zu engagieren. Angela Merkel hat sich letzte Woche in einem langweiligen 20-Sekunden-Video für ihre 200.000 Fans bei Facebook bedankt. Immerhin. Steinbrück ist dagegen ein richtiger Social Media-Muffel. Er hat nicht einmal 15.000 Fans und schreibt auch selbst nichts. Bei Twitter sind beide auch noch nicht zu finden. Wir dürfen gespannt sein, ob sich das bis zu den Wahlen 2013 ändert.
(Donya Farahani)





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