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Game Of Thrones
Sendung vom 15. Juni 2012
Game of Thrones basiert auf den weltweit erfolgreichen Romanvorlagen von George R.R. Martin. Das Spiel, storytechnisch sogar unter der Aufsicht Martins verfasst, lässt die Romane zum multimedialen Rollenspiel in einem der faszinierendsten Universen der Fantasy-Literatur erleben: Dem Mittelalter.
Sebastian Filipowski im Gespräch mit Tom Westerholt, Spieleexperte
(15.06.12), 3'19
Der Spieler lenkt hier die Geschicke von Mors, einem eingeschworenen Bruder der Nachtwache, und Alester, einem roten Priester, der nach langer Verbannung in die sieben Königreiche zurückkehrt - zwei Charaktere gilt es also, durch die Geschichte zu navigieren. Ähnlich der Romanvorlage setzt die Handlung kurze Zeit nach dem Ableben von Lord Arryn ein, der zuvor "Die Hand des Königs" war.
In der ca. 30-stündigen Kampagne erkundet der Spieler viele aus dem Buch und der Fernsehserie bekannte Orte, darunter die Mauer und King's Landing. Dabei werden ihm auch bekannte Figuren wie Cersei Lannister oder Lord Commander Jeor Mormont begegnen. Das auf den Namen 'Active Slowdown Tactical Combat Engine' getaufte Kampfsystem gibt dem Spieler in den rundenbasierten Gefechten die Möglichkeit, das Kampfgeschehen zu verlangsamen und so die nächsten Schritte in Ruhe vorzubereiten. Neben Kämpfen nehmen Sprachgeschick und Diplomatie einen hohen Stellenwert ein.
Das Gameplay von "Game Of Thrones" ist einfältiger als es sein müsste, klassisch die Auswahl des jeweiligen Angriffsmodus aus dem Menü und dann ein teilweise minutenlanges, abwechselndes "Hack and Slay": Er haut, ich haue, er haut, ich haue, er haut, ich haue... Schadenspunkte und Erfolgsprämien werden verteilt und weiter geht's. Insofern hat das Spiel nicht allzu viel Neues zu bieten. Was es dennoch aus der Masse hervorstechen lässt, ist die Auswahlmöglichkeit einer ungewöhnlichen Waffe: Der scharfen, gerne auch mal gespaltenen Zunge - und das ist nicht wörtlich gemeint. Vielmehr kann man, anstatt zu kämpfen, auch die Mittel der Diplomatie oder des Betrugs und Verrats wählen: Feinde in Sicherheit wiegen, indem man erst gemeinsame Sache macht und dann den Spieß umdreht. Hier sollte man nur darauf achten, nicht selbst das Messer in den Rücken zu bekommen. Das alles geht entweder allein in einer Solo-Kampagne oder zu zweit im Coop-Modus.
Die verschiedensten Rassen und Klassen im Spiel sorgen für eine ordentliche Ausgewogenheit, die Grafik ist sicher kein Meilenstein, aber durchaus akzeptabel. Unterm Strich ist "Game Of Thrones" sicherlich kein Spiel für hartgesottene RPG-Profis, für Gelegenheitsspieler aber eins, das mit seinem recht einfachen Spielprinzip und den filmreifen Zwischensequenzen punktet. Erhältlich für PC (ca. 38 Euro), Xbox 360 (ca. 54 Euro) und PS3 (Testmuster, ca. 49 Euro).
(Tom Westerholt)
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