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"Free To P(l)ay"
Sendung vom 07. September 2012
Das Internet wird für die Spielebranche zunehmend interessanter: Durch die schneller werdenden Internetverbindungen, können immer mehr Spieleinhalte transferiert werden. Aber warum sind mehr und mehr ehemals kostenpflichtige Spiele plötzlich kostenlos? Unser Spielexperte Tom Westerholt klärt uns auf.
Anna-Bianca Krause im Gespräch mit Tom Westerholt, Spieleexperte
(07.09.12), 2'37
Es geht um den Begriff "Free To Play", der seit einiger Zeit schon, und jetzt gerade wieder die Runde macht. Im Gegensatz zu einem Massiv Multiplayer Online-Rollenspiel wie "World Of Warcraft", bei dem ich als User monatlich zahlen muss, wenn ich das Spiel online auf den Servern von Hersteller Blizzard benutzen will, versucht "Free To Play" diesem starren Kostenmodell aus dem Weg zu gehen. Heißt: man kann ERSTMAL online umsonst zocken, in diesen Spielen gibt es dann aber auch deutlich mehr Werbung.
"Erstmal" kostenlose deshalb, weil es sich einfach gesagt, um einen schlichten Köder handelt. Nehmen wir das ganz neue Batman-Spiel "Gotham City Imposters". Hier kann man sich, vereinfacht gesagt anmelden und erst mal kostenfrei online los zocken. Viele Extras im Spiel, andere Waffen zum Beispiel, kosten dann aber Geld. Gleiches soll auch mit dem viel gehypten "Star Wars: The Old Republic" im Herbst passieren: Anstatt wie bisher von vorn herein einen Monatssatz zu berechnen, will man die Spieler dann auch mit kostenlosem Eintritt locken und ihnen das Geld für die Extras abluchsen. Frei nach dem Motto: Kostenfrei losspielen, aber wer auf den Geschmack gekommen ist und Upgrades will, muss dafür dann zahlen.
Warum dieses Modell? Feste monatliche Kosten wird kaum ein Gamer für mehrere Spiele zahlen wollen, es haben ja auch die wenigsten drei oder vier Handys mit Grundgebühr. Daher ist es schon schlau, zu sagen: Wasser und Brot kriegst Du in diesem Spiel umsonst, wenn Du Milch und Honig willst, musst Du aber blechen. So wird aus "Free To Play" dann am Ende "Free To Pay", indem man dem Spieler augenscheinlich die Kostenkontrolle überlässt. Insgeheim aber ist die Hoffnung natürlich, dass das Spiel am Ende ansteckend genug ist, um den Hersteller über die verkauften "Premium-Extras" sein Geld verdienen zu lassen.
(Tom Westerholt)
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