Sonntag, 19.05.2013
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Pass, Schuss, Traumtor!
Sendung vom 05. Oktober 2012
"Es ist ein Brauch von Alters her, wer Fußball zockt, entscheidet schwer": Seit Jahren kämpfen die beiden Fußballspiel-Klassiker FIFA und PES (Pro Evolution Soccer) um die Vorherrschaft mit den jeweiligen Jahresausgaben. So auch mit den neusten Versionen FIFA 13 und PES 2013. Und dazu kommt nun auch noch ein Comic-Konkurrent.
Siham El-Maimouni im Gespräch mit Tom Westerholt, Spieleexperte
(05.10.12), 3'16
Wer "ernsthaft" Fußball am PC oder Konsolen spielen will, kommt seit Jahren nicht an FIFA und PES vorbei. Keine anderen Fußballspiele bringen den weltweiten Sport Nummer 1 so realistisch auf Videospiel-Ebene ins Wohnzimmer wie diese beiden. Für viele Fans ist es reine Geschmackssache, welches der beiden nun das "bessere" Spiel ist.
Ein Problem, das wohl noch eine Zeit lang bestehen wird, ist das leidige Thema der Lizenzen. Denn während FIFA von Electronic Arts als offizielles Spiel des gleichnamigen Fußballweltverbandes die Vermarktungsrechte für nahezu jeden Fußballer und Verein auf diesem Planeten hat, muss Konami als Macher von PES teuer dafür bezahlen und bekommt sie doch nicht alle. Zwar wirbt Konami von Jahr zu Jahr damit, dass es "immer mehr" würden. Trotzdem muss der PES-Spieler damit leben, dass er beispielsweise zwar die komplette deutsche Nationalmannschaft spielen kann, nicht aber jeden Spieler daraus auch mit dessen Original-Bundesligaverein. Hier punktet FIFA nach wie vor.
Der dritte im Bundes, "Inazuma Eleven Strikers" ist da komplett anders: Hier geht es überhaupt nicht um "realistischen" Fußball mit echten Spielern oder Mannschaften. Sondern um die Helden der gleichnamigen Comicserie, die man hier mit jeder Menge Action-Moves wie Wirbelsturm-Schüssen oder Donner-Fouls über den Platz jagt.
Punkt für PES, wenn der Vorsprung auch nur hauchdünn ist. Obwohl die Steuerung der einzelnen Spieler sich in PES und FIFA extrem gleichen, geht einem die Steuerung in PES irgendwie leichter über die Daumen. Es manifestiert sich das Gefühl einer größeren Spielleichtigkeit, die Bewegungen der Spieler sind sehr ausgeklügelt und realitätsnah.
Hinzu kommt, dass PES auch grafisch massiv zugelegt hat. Während man die bekannten Fußballer bei FIFA "ganz gut" erkennt, bewegt sich PES mehr und mehr auf Fotorealismus zu. Alle Spieler sind ohne jeden Zweifel direkt und ohne Rätselraten zu erkennen, das verleiht dem Spiel eine noch größere Authentizität. Hier sollte FIFA in Zukunft aufpassen, den Anschluss nicht zu verlieren und sich nicht darauf ausruhen, das Spiel mit den meisten und umfangreichsten offiziellen Lizenzen zu sein.
PES und FIFA liefern sich auch in der neuen Generation "13" bzw. "2013" ein Kopf-an-Kopf-Rennen - ohne klaren Sieger. In FIFA macht es vor allem Spaß, mit seiner Mannschaft in einem der großen, berühmten und bekannten Stadien anzutreten, bei PES macht das Spielen selbst etwas mehr Spaß, die Abläufe wirken etwas runder und geschmeidiger - das allerdings auf Kosten des vielleicht nicht verfügbaren Lieblingsspielers oder -vereins, weil die Lizenzen dafür in PES nicht vorliegen.y
Die "Inazuma Eleven Strikers" sind dagegen ein ganz anderes Fußballkonzept: Das Passen und Schießen an sich wirkt eher wie aus den Zeiten der Spielhallen-Automaten, was durchaus auch seinen Charme haben kann. Hat man die "Spezialfähigkeiten" der Kicker einmal gelernt, macht es auch durchaus Spaß, seine Gegner mit Stürmen, Blitz und Donner oder sonstigen Comic-Fähigkeiten nass zu machen. Ernsthaftes, virtuelles Fußballspielen ist das aber ganz und gar nicht.
(Tom Westerholt)
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