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Thema

"Das ist mein Weg"

Persischer Rapper Shahin Najafi wehrt sich gegen die "Fatwa"

Weil Shahin Najafi einen Imam beleidigt haben soll, hat ein Großajatollah in Tehran eine "Fatwa" gegen den 31-jährigen Musiker ausgerufen. Nun steht der in Köln wohnende persische Rapper unter Polizeischutz. Diese wurde von der iranischen Presse als Todesdekret gegen Najafi ausgelegt.

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Evren Sekerci im Gespräch mit Shahin Najafi, 3'19


Ein arabischer Geschäftsmann soll zudem 100.000 Dollar Kopfgeld ausgesetzt haben. Schuld an allem hat Najafis Song "Emam Naghi", in dem er den zehnten Imam der schiitischen Muslime, Naghi, beleidigt haben soll. In Funkhaus Europa wehrt sich Shahin Najafi persönlich gegen die Anschuldigungen und erklärt seine künstlerische Auseinandersetzung mit der Politik in seinem Heimatland.

Er betont: "Ich habe in dem Song niemanden beleidigt."


Bis 2005 war Najafi ein Undergroundkünstler in seiner Heimat. Er wurde mehrfach verhaftet, was ihn letztendlich ins Exil nach Deutschland trieb. Seine Fans lieben ihn, weil er unverblümt Themen wie Korruption, Unterdrückung, Drogen und Sexualität anspricht. Das islamistische Regime setzte ihn schon früh auf die schwarze Liste. Mit seinen Texten hat er den Nerv einer Gesellschaft getroffen.

Trotz der massiven Drohung gibt sich der Rapper selbstbewusst: "Jeder Mensch hat einen eigenen Weg. Ich habe über meinen persönlichen Weg nachgedacht und bin mir sicher, dass ich ihn gefunden habe. Ich kann jetzt nicht mehr aufgeben. Meine Fans und mein Volk sind hinter mir und sie schauen auf mich. Ich muss weitermachen. In der deutschen Sprache habt ihr dieses schöne Verb "fahren" - Fahren, Gefahr, Erfahrung. Und alles beginnt mit 'Fahr…' Das bin ich - ich muss fahren. Dabei begebe ich mich in 'gefährliche Gefahr' und dabei mache ich viele Erfahrungen. Das ist mein Weg."


Das Lied "Emam Naghi"

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O-Ton: Shahin Najafi

(11.05.12), 0'33

In dem Song führt Shahin Najafi einen fiktiven Dialog mit dem Imam Naghi, bei dem er sich über die Situation im Iran beklagt. Er bezieht sich auf Ereignisse der vergangenen Monate. Themen, die in der persischen Gemeinde weltweit für Aufregung gesorgt haben.

"Naghi - wie war nochmal der Name des Oppositionsführers der grünen Bewegung? Hey Naghi - jetzt wo Imam Mehdi schläft, fordere ich dich auf, zu erscheinen. Wir sind alle bereit."


Der Straßenpoet

Der persische Rapper Shahin Najafi spricht in der Sprache seines Volkes und nimmt keine Rücksicht auf Etikette und Verhaltensregeln gegen einen ranghohen Geistlichen.

Ohne Ehrfurcht äußert er sich etwa über die existierende Pappfigur des Ajatollah Khomeini. Shahin Najafi spielt in seinen Texten mit Fakten, Bildern und Themen. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und erklärt in poetischer Sprache seine ganz persönliche Sicht auf die Situation im Iran. Verblüffend ist übrigens die Musik von "Emam Naghi": sie wurde ohne Instrumente eingespielt und besteht nur aus Mundgeräuschen.


Moscheekuppel als weibliche Brust

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Der Song: "Emam Naghi"

(11.05.12), 1'29

Das Video zu "Emam Naghi" sorgt für noch mehr Empörung. Eine Moscheekuppel wird ersetzt durch eine weibliche Brust. Obenauf ragt die Regenbogenfahne der Homosexuellen. Auf YouTube und auf persischen Musikplattformen wurde es bislang mehrere 100.000 Mal geklickt. Diese nun gegen ihn ausgesprochene "Fatwa" ist allerdings nicht auf der gleichen Höhe zu sehen, wie das Todesdekret gegen den britischen Schriftstellers Salman Rushdie. 1989 hatte der damalige Führer des Irans, Ajatollah Khomeini den Todesbefehl gegen den gebürtigen Inder wegen Gotteslästerung in seinem Buch "Die Satanischen Verse" erlassen. Rushdie stand für mehr als zwölf Jahre unter Polizeischutz und musste in all den Jahren um sein Leben bangen.


80 Millionen Familienmitglieder

"Meine Familie ist im Iran, meine Frau ist hier und hat natürlich Angst um mich, aber ich bin so egoistisch und habe nicht an sie gedacht, sondern eher an die 80 Millionen Familienmitglieder, die ich im Iran habe."





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