Mittwoch, 22.05.2013
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Superhelden damals und heute
Sendung vom 26. Juni 2012
Am 28. Juni startet "The Amazing Spiderman" in den Kinos. Doch statt eines vierten Teils der Erfolgsreihe mit Tobey Maguire steckt hinter dem neuen Superman-Film ein echter Neuanfang - mit neuen Schauspielern, die die Geschichte von Peter Parker, der zu Spiderman wird, neu erzählen. Frei nach dem Motto: Superhelden im Kino gehen immer, egal zum wievielten Mal.
Siham El-Maimouni im Gespräch mit Tom Westerhold, Funkhaus Europa-Reporter
(26.06.12), 4'35
Ein Beispiel: die "Großen Drei". Superman, Spiderman und Batman. Alle drei stammen aus den berühmten Comic-Serien von DC (Superman, Batman) bzw. Marvel (Spiderman) und wurden schon seit den 40er-Jahren als Zeichentrick-, später auch als Realfilm herausgebracht. Batman bringt es dabei bisher auf neun Kinofilme, der zehnte kommt im Juli 2012 mit "The Dark Knight Rises". Superman hatte bisher fünf Kinofilme, Nr. 6 ist ebenfalls in Mache und kommt 2013 in die Kinos. Und Spiderman hatte eben bisher die drei sehr erfolgreichen mit Tobey Maguire. Jetzt kommt Nr. 4 in völlig neuer Besetzung, erzählt aber wieder einmal die Geschichte, wie aus Peter Parker der Superheld Spiderman wird.
Interessant dabei ist, dass sich diese großen, berühmten Superhelden im Laufe der vielen Jahre nur sehr wenig verändert haben. Natürlich ist in den Filmen die Art, miteinander umzugehen über die Jahre eine andere geworden. Genau, wie sich der Umgang miteinander überall in der Gesellschaft verändert hat. Hinzu kommt die Anpassung an gesellschaftliche Normen, auch was Themen wie Gewalt oder Sex angeht. Außerdem eröffnet die Technik immer neue, filmische Möglichkeiten - sowohl der Kamera als auch den Schauspielern.
Die klassischen Charaktereigenschaften der großen Helden haben sich vergleichsweise wenig verändert. Auch wenn Superman, Batman und Spiderman heute etwas menschlicher sein und auch mal einen Makel oder eine Schwäche haben dürfen, sind sie unterm Strich trotzdem immer noch der Inbegriff des Guten. Was es gibt, ist eine Parallelentwicklung, mit echten Antihelden. Filme wie zuletzt "Chronicle" in denen drei Jungs über Nacht Superkräfte erhalten, mit denen sie tatsächlich nur Chaos anrichten.
Oder ein Anti-Held wie "Green Hornet", ein echt linker, unsympathischer Typ oder ein Film wie "Kick Ass". Hier ist die Hauptfigur sowohl Held als auch Antiheld, weil der Junge in dem hässlichen, selbst gemachten Kostüm überhaupt keine Superkräfte besitzt, aber trotzdem einen auf Superheld macht und natürlich massiv auf die Mappe kriegt. Eben weil sich Superhelden-Filme an den Kinokassen so gut verkaufen und eben weil die technischen Möglichkeiten viel besser sind als früher, gibt es heute mehr Filme und dadurch auch einfach mehr Superhelden-Facetten - um zumindest nicht jedes Mal, wieder und wieder das gleich zu erzählen.
(Tom Westerhold)
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