Sonntag, 19.05.2013

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ARD-Themenwoche

Das Leben mit dem Tod

Das Leben mit dem Tod

Der Tod in den fünf Weltreligionen

Blick über das Pier hinaus auf den See mit leuchtendem Sonnenuntergang am Horizont; pa

Der Tod gehört zum Leben dazu. Doch was er für jeden individuell bedeutet, hängt häufig mit der eigenen Kultur und Religion zusammen. Unsere Reporterin Sabrina Loi stellt im Rahmen der ARD-Themenwoche jeden Tag eine Weltreligion vor und beschreibt, wie dort mit dem Tod umgegangen wird, welche Rituale und Regeln es gibt und auch, was im Glauben der Menschen nach dem Tod passiert.


Judentum

Die Trauer während der Shiw'a verarbeiten

Hand legt einen Stein auf die Grabplatte eines jüdischen Grabes; pa

Shiw'a nennt sich die Trauerwoche bei den Juden. In diesen Tagen gehen die Angehörigen eines Verstorbenen nicht aus dem Haus oder zur Arbeit und beschränken ihre Körperpflege auf das hygienisch Notwendige. Verwandte und Freunde kommen in dieser Zeit zu ihnen, um sie zu unterstützen - moralisch, aber auch im Haushalt. So soll der Familie die Zeit und der Raum gegeben werden, ihre Trauer zu verarbeiten und langsam in den Alltag zurückzukehren.


Buddhismus

Durch die Meditation einen ruhigen Tod finden

Weißer Kasten mit Schriftzeichen und Zeichnungen worin der Tote liegt; davor ein kleiner Tisch mit Kerzen; pa

Achtsamkeit, das ist es, was der Buddhismus lehrt und was in der Meditation immer wieder geübt wird: Sich konzentrieren auf sich selbst. Eine schwierige Aufgabe, schon zu Lebzeiten. Auch am Sterbebett wird ein Buddhist von den Umstehenden durch eine Meditation begleitet. Das Bewusstsein soll sich vom Körper lösen können, ohne von irdischen Dingen abgelenkt zu sein – sei es der körperliche Schmerz, sei es die Trauer um die Menschen, die zurückgelassen werden.


Islam

Totenwaschung als letzte Tat für den Verstorbenen

Ein aufgebahrter Sarg mit einem Tuch mit arabischer Schrift darauf; pa

Ohne Sarg, in einfache weiße Leinentücher gewickelt, sollen die Toten im Islam begraben werden. Zuvor findet die rituelle Totenwaschung statt. Nach ganz genauen Regeln werden dabei die einzelnen Körperteile nacheinander gereinigt. Erst rechts, dann links, drei Mal hintereinander. Im besten Fall übernehmen das der älteste Sohn beim Vater und die Tochter bei der Mutter. Aber nicht jeder fühlt sich dieser Aufgabe gewachsen.

  • Audio: Leben mit dem Tod im Islam
    Beitrag von Sabrina Loi

Hinduismus

Von gutem Karma und schlechtem Karma

Mehrere Begräbnisfeuer am Ufer des Ganges umringt von Menschen; dpa

Häuft man während seines Lebens besonders viel gutes Karma an, wirkt sich das positiv auf die Wiedergeburt aus. Doch welche Taten führen zu einem guten Karma? Die in christlich geprägten Ländern vorhandene Idee von "gut" und "schlecht" hilft hier nicht weiter. Es ist nichts per se gut oder schlecht, sondern es geht darum, seine individuellen Pflichten zu erfüllen. Und die hängen von vielen Umständen ab. Unter anderem von der Kaste, der man angehört, sowie der individuellen Situation jedes Einzelnen.


Orthodoxe Christen

Der offene Umgang mit dem Tod

Zwei Priester gehen in einer christlich-orthodoxen Kirche und tragen Kerzen in der Hand; dpa

Eine "stille Trauerfeier", womöglich noch "im engsten Familienkreis"? Für orthodoxe Christen kaum vorstellbar. Hier ist der Tod keine Privatsache. Ganz im Gegenteil: Der Verstorbene wird offen betrauert, während der Beerdigungszeremonie sogar noch direkt angesprochen, so als sei er weiterhin anwesend. Der Abschied erfolgt schließlich durch die letzte Umarmung oder den letzten Kuss am offenen Sarg. Mit Kerzen in der Hand begleitet die Gemeinde ihn dann zum Grab.



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