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Selma Yasdut
Sendung vom 14. September 2012
Dass Selma Yasdut immer 100-prozentig bei der Sache ist, merkt man schnell, wenn man sie erlebt. Egal ob sie auf einer Messe ihre Kollektion vorstellt oder bei einer Diskussion auf dem Podium sitzt, die zierliche Frau mit den langen dunkelblonden Haaren kommt schnell in Fahrt, wenn ihr das Thema am Herzen liegt. Und das ist eigentlich immer der Fall, wenn es um Mode geht und darum wie diese hergestellt wird.
Als gelernte Damenschneiderin und studierte Textilingenieurin bekam Selma einen Job in der Qualitätskontrolle eines Modelabels. Sechs Monate lang war sie in China, sah unter welchen Bedingungen in der Textilbranche gearbeitet wird. Sah, dass Überstunden meist nicht bezahlt werden und dass ein Netz von Agenturen und Zwischenhändlern dafür sorgt, dass Aussenstehende von Missständen in Fabriken gar nichts mitbekommen. Zunächst war sie kurz davor ihren eigentlichen Traumberuf im Modebereich hinzuwerfen - doch dann beschloss sie den Versuch zu starten, alles selbst ganz anders zu machen.
Ein Scherz, der Selma locker über die Lippen geht, der aber ihre aktuelle Situation gut beschreibt. Denn seit 2008 ist sie Chefin ihres Labels "Sey Organic Jeans", entwirft, produziert und verkauft nachhaltig hergestellten Denim. Und stellt dabei regelmäßig fest, wie schwer es mitunter ist, den eigenen Standards gerecht zu werden. Das "Kümmern" kostet Zeit und Kraft, kein Wunder, dass das Private zu kurz kommt. In den letzten Jahren habe sie vier Tage Urlaub gehabt, lacht Selma. Und da war dann einfach nur Relaxen angesagt. Für die "kleine Belohnung zwischendurch" gönnt sie sich aber immerhin ab und zu einen Kino- oder Ausstellungsbesuch.
"Nachhaltigkeit ist kein Fremdwort mehr". Selma ist froh, dass sie nicht mehr so viel erklären muss wie noch vor ein paar Jahren. Insgesamt sei man bewusster geworden, was den Kauf von Textilien angehe und interessiere sich dafür, wie die Kleidung hergestellt worden sei. Ein Problem allerdings gibt es: die nachhaltige Mode ist meist um einiges teurer und das schreckt leider noch viele Kunden ab. Doch sie setzt darauf, dass auch "Branchenriesen" einige fair produzierte Teile ins Sortiment aufnehmen und wird selbst nicht müde für eine "Mode ohne schlechtes Gewissen" zu werben.
(Sabine Loeprick)
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