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Der Persönliche Gast

Christoph von Marschall

Amerika auf der Couch

Sendung vom 11. Oktober 2012

Bleibt Barack Obama? Oder setzt sich der republikanische Herausforderer durch? Am 6. November haben die Amerikaner die Wahl und einmal mehr fragt sich die ganze Welt: Wie tickt dieses Volk eigentlich? Der Washington-Korrespondent und Buchautor Christoph von Marschall hilft dabei, die Supermacht zu verstehen.

Christoph von Marschall kennt sich gut aus mit den Feinheiten des amerikanischen Wahlsystems und der wechselnden Stimmung der Wähler. Seit sieben Jahren residiert der gebürtige Freiburger mit seiner Familie ganz dicht an der politischen Machtzentrale der Welt und gilt als einer der besten Kenner des US-Präsidenten. Sein Buch "Barack Obama. Der schwarze Kennedy" stand monatelang in den Bestseller-Listen.


Christoph von Marschall; Privat Bild vergrößern

Christoph von Marschall

Der Korrespondent des Berliner Tagesspiegel ist der einzige deutsche Journalist mit einem White-House-Pass, der den ständigen Zugang erlaubt - und der einzige, dem Präsident Obama ein Interview gegeben hat. Marschall ist einer der Journalisten, die nicht nur berichten, sondern auch zwischen den Kulturen vermitteln wollen. In diesem Jahr hat der 52-Jährige gleich zwei Bücher veröffentlicht: In seiner Analyse "Was ist los mit den Amis? Warum sie Obama hassen, was wir lieben" - erklärt Marschall die politischen und kulturellen Unterschiede zwischen der Neuen und Alten Welt. Darin beantwortet er unter anderem auch die Frage, warum so viele Amerikaner gegen Obamas Gesundheitspolitik wettern. Das liege an einem völlig anderen Verständnis der Amerikaner von "Staat und Privat", sagt von Marschall. Die Amerikaner stoßen sich nicht an der Idee einer solidarischen Krankenversicherung, sondern am staatlichen Zwang. Freiwillige Versicherung, gerne, gesetzlicher Zwang, nein danke. Jeder trägt selbst die Verantwortung für sein eigenes Wohlergehen.


Cover: Hinterkopf von Obama; Orell Füssli Bild vergrößern

"Was von der zweiten Amtszeit zu erwarten ist"

Zudem werfen viele Obama vor, dass er das Falsche tut. In Zeiten der Immobilien- und Wirtschaftskrise zähle für sie vor allem eins: Der Arbeitsmarkt. Und deshalb hatte Barack Obama die Präsidentenwahl eigentlich schon verloren, bevor das Wahljahr überhaupt begann. Eine klare Mehrheit der US-Bürger zeigte sich Ende 2011 unzufrieden. Hauptursache für die miese Stimmung war damals und ist bis heute die Wirtschaftsflaute und die hohe Arbeitslosigkeit.

Doch jetzt ist der Obama wieder da: "Nicht als Messias, sondern als kühler Mechaniker der Macht." In seinem aktuellen Buch "Der neue Obama. Was von der zweiten Amtszeit zu erwarten ist" beschreibt Marschall die Entwicklung des mächtigsten Mannes der Welt ab 2008 und wirft einen Blick auf eine zweite Amtszeit. Aktuell ist Christoph von Marschall auf Vortragstour durch Deutschland.
(Carmen Sadowski)



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