Sonntag, 19.05.2013
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Major Lazer
Major Lazer
Vorgestellt am 23.01.10 in Funkhaus Europa 5Planeten
Major Lazer ist ein Produzenten-Duo bestehend aus den DJs und Soundtüftlern Diplo und Switch. In ihrem gemeinsamen Projekt lassen sie bekannte jamaikanische Dancehall-Vokalisten über elektronische Ghetto-Beats singen.
Eine Comic-Figur als Sympathie-Träger und Hype-Garant
Major Lazer ist keine Band, Major Lazer ist ein Held. Er kann mit seinem Arm schießen und jagt Vampire und Aliens. Major Lazer ist ein jamaikanischer Ex-Soldat, der im geheimen Zombie-Krieg von 1984 seinen Arm verloren und durch eine Lazer-Waffe ersetzt hat.
Eine Comic-Figur als Sympathie-Träger und Hype-Garant - das ist das Marketing-Konzept, dass sich die beiden DJs und Produzenten Diplo und Switch ausgedacht haben.
Diplo, der Sound-Innovator aus Florida, hat sich bisher immer die untergründigsten und frischesten Strömungen zu den Turntables genommen und in seine Sound-Programme geladen: Baile Funk aus Rio de Janeiro oder Kuduro aus Angola, garniert mit HipHop-Beats, Electro oder Rave. Switch arbeitet in London und beschäftigt sich mit Frickel-House. Kennengelernt haben sich die beiden über die englische Sängerin M.I.A..
Dancehall digital gemacht
Mit Major Lazer haben die beiden Dancehall digital gemacht. Auf ihrem Debüt-Album Guns Don´t Kill People...Lazers Do erschaffen sie einen akustischen Overkill, der in den Folgejahren eine ganze Schar von Ghetto-Bass-Produzenten beeinflusst hat. Während die Single Hold the line von unzähligen DJs geremixed wird, entwickelt sich die Melodie von Pon de Floor zu einem immer wieder zitierten Leitmotiv der Szene. Ohne auf die Dancehall-typischen Sirenen und Gewehrsalven zu verzichten, übersähen Diplo und Switch ihre Beats in einer Art Soundcollage mit lauter Geräuschen von Pferde-Gewieher, Mobil-Telefon-Vibrieren, Küssen bis hin zu Lazer-Kanonen.
Jenseits dieser Sound-Absurditäten sind so ziemlich alle Genres verarbeitet, die nichts mit dem zu tun haben, was man erwartet, wenn ein Album in Bob Marleys renommierten Tuff Gong Studios auf Jamaica aufgenommen wird. Da kommt schon mal Balkan-Brass mit seinen vollmundig-gemütlichen Bläsern vor, wie auch Riddims mit Western-Gitarren und Surf-Rock. Aber auch ein Hard-Core-Punk-Brett kann für die Beats der beiden eine stabile Unterlage sein.
Es geht nicht um Inhalte, es geht um Party
Das akustische Konzept von Major Lazer ist es jamaikanische Musik zu zeigen, die durch Genre-fremde Samples und Beats verdreht und entfremdet ist. Stets hat das Duo dabei einen unerwarteten Dreh, ein absurdes Detail mehr im Ärmel. Glücklicherweise sind dabei die durchaus angesagten jamaikanischen Gast-Vokalisten wie Turbulence, Mr. Vegas, T.O.K., Busy Signal und Vybz Kartell offen für Ungewohntes. Letzterer gibt auf Guns don't kill people … lazers do Tanz-Anweisungen, genauso wie die Gast-Rapper Leftside und Supahype. Mr. Lex singt zusammen mit Santigold über Telefone und Frauen, Einstein hat erschreckende Männer-Fantasien, Amanda Blank übernimmt den ebenbürtigen weiblichen Gegen-Part. Von Anfang an gestaltet sich die Themenauswahl eher übersichtlich. Nachdem homophobe Ausfälle von Seiten der Produzenten als unerwünscht deklariert werden, verbleiben die Topics Gewalt, Weed, Hetero-Sex und das gute alte Burn Down Babylon. Doch hier geht es nicht um Inhalte, denn Major Lazer will außer toten Aliens und gepflöckten Vampiren vor allem eins: Party.
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